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Freitag, 20. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.103

Der Riesendorsch

Ein Prachtexemplar von Dorsch zeigt die Fischereiausstellung in der Katharinenhalle. 1983 in der südlichen Ostsee gefangen, sind Dorsche solcher Größe kaum 30 Jahre später eine Seltenheit geworden. Auch in diesen Zeiten gab es schon industrielle Fischerei und auch Raubbau an den aber noch großen Beständen. So konnte der Dorsch in der Ostsee dem Fischereidruck damals noch standhalten und viele Exemplare wurden wesentlich älter und größer. Damit war auch ausreichend Nachwuchs garantiert und der Fortbestand seinerzeit noch gesichert. Die riesigen Schleppnetze der kommerziellen Hochseefischerei jedoch nehmen heute dem Dorsch immer mehr die Chance, seine Art zu reproduzieren.  

 

Leidtragend an der industriellen Überfischung ist auch die heimische Küstenfischerei. Die traditionelle Versorgung der Küstenbewohner mit Speisefisch ist durch schwindende Bestände und ständig kleiner werdende Exemplare in den Netzen längst nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet. Begründete Fangquoten, um die Reproduktion des Dorsches zu sichern, stellen vor allem den schonenden Fischfang an der Küste infrage und scheinen in Zukunft ein klassisches Handwerk aussterben zu lassen.           

 

Aus diesem Grund ist die Fischereipolitik der EU auch ein ständiger Unruheherd unter den Küstenfischern. Obwohl die deutsche Fangquote für Dorsch in der Ostsee im Jahr 2011 sogar ein wenig gestiegen ist, liegt sie immer noch weit unter der erlaubten Menge vergangener Jahre. Bedrohlicher als Quotenregelungen wäre aber noch ein endgültiges Fangverbot, wie bereits vielfach diskutiert und empfohlen. Ernsthafte Alternativen, um ein Aussterben der Dorschbestände zu verhindern, sind aber rar.  


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