Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Montag, 11. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum

Entdeckung Nr.112

Eiersammlung nicht nur zu Ostern

Es scheint wie eine Osterüberraschung, wenn sich im Museumsmagazin die Schubladen voll mit Vogeleiern öffnen. Allein 6.000 Möweneier gehören zur ornithologischen Sammlung des Deutschen Meeresmuseums. Die enorme Anzahl dieser zumeist braun-schwarz gescheckten Eier dient jedoch keineswegs zum Kindervergnügen, sie sind vielmehr ein wichtiger Forschungsgegenstand. Darum werden die schön anzusehenden Möweneier in den nächsten Tagen auch nicht in Osternestern zu finden sein, sondern bleiben sortiert und katalogisiert in den Ablagen des Magazins. Eine ähnlich umfangreiche und damit aussagekräftige Sammlung wäre nur schwer zu wiederholen, denn anders als früher stehen die Gelege vieler Möwenarten mittlerweile unter strengem Schutz.

  

Bis 1989 noch stand hinter dem Sammeln von Möweneiern eine lange Tradition. Diese wurden ehemals zum Verzehr oder gar als Viehfutter genutzt. In der Brutzeit der Möwen zwischen April und Anfang Juni kam es vielerorts zur massenhaften Plünderung der Gelege. Damals noch ohne gravierende Folgen für die Vogelbestände, da die Möwen nach Entnahme der Eier neue Gelege folgen lassen. Dennoch kam es schon im 19. Jahrhundert zu ersten Verboten des übermäßigen Eiersammelns.

 

Der entscheidende Grund aber, warum Möweneier heute nicht mehr auf dem Tisch zu finden sind, liegt in der hohen Schadstoffbelastung. Nicht selten nutzen die Möwen offene Mülldeponien als Nahrungsquelle. Die aufgenommenen Schadstoffe finden sich auch in den Eiern wieder. Wem es dennoch nach Möweneiern gelüstet, kann auf eine Sylter Spezialität zurückgreifen. Das dortige Marzipan-Möwenei gilt als schmackhaft und unbedenklich.   


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!