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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Nautineum

Entdeckung Nr.123

Vor dem Schilftod gerettet

Es ist eine alte Tradition unter den Fischern an den Küsten Vorpommerns, Werkzeuge und Boote, die nach dem Tod des Eigentümers „herrenlos“ geworden sind, der Ewigkeit zu übergeben. Finden sich keine Erben oder andere Abnehmer, ist es üblich, dass Arbeitsmittel, Netze und Fischerhütte im Feuer vergehen. Das Fischerboot dagegen findet seine letzte Ruhestätte irgendwo tief im Schilf, wo es im langsamen Verfall wieder ein Teil der Natur wird.       

 

„Heuer“ nennt man die pommerschen Fischerboote, die - mit einem für den Fang bestimmten Fischkasten in der Mitte - vor allem in den Gewässern um die Odermündung gebräuchlich sind. Früher wurden diese massiven Ruderboote von Hand und oftmals nach den persönlichen Wünschen der Fischer gebaut. Ein solch seltener Heuer fiel in den 90er Jahren zufällig vorbeifahrenden Mitarbeitern des Deutschen Meeresmuseums im Schilf des Peenestroms auf. Charakteristisch für diese Boote ist die Bugform hinten wie vorne, um eine bessere Manövrierfähigkeit zu erreichen. Gerne hätten die Museumsleute diesen Fund in ihre Sammlung historischer Fischerboote und Kähne aufgenommen. Auf der Suche nach seiner Herkunft stießen sie auf die Witwe eines zuvor verstorbenen Fischers. Unter der Versicherung, dass so das Andenken ihres Mannes gewahrt wird und ein wertvolles Zeitzeugnis erhalten bleibt, gab die Frau ihre Zustimmung.   

 

Noch lange Zeit danach nahm die Witwe die Gelegenheit wahr, durch einen Ausstellungsbesuch die Erinnerung an ihren Mann zu pflegen. Vor allem aufgrund dieser Geschichte hat der Heuer für das NAUTINEUM eine ganz besondere Bedeutung.


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