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Montag, 11. Dezember 2017
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Nautineum

Entdeckung Nr.127

100 Stunden verschollen

Nicht wenige Besucher im NAUTINEUM verspüren beim Anblick der Tauchstation BAH-I womöglich das Kribbeln von Unterwasser-Abenteuer und Pioniergeist. Sie liegen damit gar nicht so falsch, denn als die Station 1968 von der Firma Babcock in den Dienst gestellt wurde, war die Tauchtiefe von 20 Metern in der Tat noch ein Wagnis und ein Schritt in unbekanntes Neuland. Die BAH-I als erste deutsche Unterwasserstation sammelte quasi nützliche Erfahrungen für das wesentlich größere Unterwasserlabor „Helgoland“, das auf dem Ausstellungsgelände gleich nebenan besichtigt werden kann.     

 

Der Gedanke jedoch, gegen den Willen und länger als notwendig in den engen Räumlichkeiten tief unter Wasser eingeschlossen zu sein, hat wenig abenteuerliches. Dies aber erlebten die ersten Aquanauten bei einem Tauchexperiment im Bodensee. Ein Unfall ließ dort die 20 Tonnen schwere Station unkontrolliert auf den Grund des Sees in 47 Meter Tiefe absinken. Die BAH-I galt danach als verschollen mit wenigen Überlebenschancen für die Männer an Bord. Erst nach 100 Stunden konnte die Besatzung nach dramatischen Rettungsaktionen lebend geborgen werden.

 

Zwei Meter tief im Bodenschlamm versunken, war den Tauchern damals der selbständige Ausstieg versperrt. Ein erster Rettungsversuch mit zwei Schwimmkränen scheiterte. Erst durch den unermüdlichen Einsatz von 50 freiwilligen Tauchern, die schichtweise in 30 Stunden die Station aus dem Schlamm freischaufelten, war der Weg nach oben frei. Der Aufstieg musste jedoch wegen des Druckausgleiches langsam vonstatten gehen. Als in der vierten Nacht ein Sturm die Schwimmkräne auf das Ufer zutrieb, drohte die Station im Schlepp der Kräne zu kippen und vollzulaufen. Mit Hilfe anderer Boote gelangte sie aber wieder in freies Wasser und die Rettung konnte erfolgreich abgeschlossen werden.


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