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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.135

Von Schweinswalen und Meerschweinen

Seit vielen Jahren widmet sich das Deutsche Meeresmuseum der Erforschung und dem Schutz des einzigen in der Ostsee lebenden Säugetieres aus der Ordnung der Wale, dem Schweinswal. Der wissenschaftliche Name des Gewöhnlichen Schweinswals lautet Phocoena phocoena, allerdings hat sich über die Jahrhunderte eine beträchtliche Anzahl an Synonymen herausgebildet. Bereits der griechische Philosoph Aristoteles verwendete den Namen „Phookaina“ und erkannte den grundsätzlichen Unterschied zwischen Fischen und Meeressäugetieren. In seinen Aufzeichnungen berichtete er beispielsweise, dass Schweinswale zehn Monate trächtig sind, und im Gegensatz zu Fischen zum Luftholen an die Wasseroberfläche kommen müssen.

 

Im Mittelalter finden sich weitere phantastische und teils irreführende Aufzeichnungen, so u.a. um 1350 von Konrad von Megenberg vom sogenannten Meerschwein: „Porcus marinus heisst ein Meerschwein und ist ein essbarer Fisch. Er hat fast ganz die Gestalt eines wirklichen Schweines. Seine Zunge ist, wie beim gewöhnlichen Schwein, lose, es fehlt ihm aber die Stimme, die das Schwein besitzt. Auf dem Rücken hat er Stacheln, in denen Gift ist…, sie suchen ihre Nahrung am Grunde des Meeres und wühlen, wie die richtigen Schweine in der Erde…“.

 

Die Bezeichnung „Schwein“ haben die Tiere vielleicht der dicken Speckschicht oder der schweinsähnlichen Zunge zu verdanken. Weitere gebräuchliche Begriffe aus der Literatur rufen mitunter ein Schmunzeln beim Leser hervor: Braunfisch, Meerschwein, Saufisch, Schweinefisch, Springer, Tummler oder Tummelschwein.


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