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Samstag, 21. Oktober 2017
365-Entdeckungen Startseite
Nautineum

Entdeckung Nr.155

Zum Rudern nicht mehr geeignet

Manche Besucher im NAUTINEUM werden sich angesichts eines halben Bootes verwundert nach dessen Bewandtnis fragen. Dieses etwas ungewöhnliche Exponat in der Ausstellung ist aber nicht etwa ein Geniestreich der Aussteller, um die andere Hälfte noch anderweitig nützlich zu verwenden. Auch nicht Folge einer übertriebenen Sparsamkeit, nach dem Motto: ein halbes Boot wird schon reichen.

 

Tatsächlich gibt es für die Boothälfte eine ganz eigenwillige Erklärung, die in der traditionellen Mentalität der pommerschen Fischer begründet ist. Bisweilen hatte es einen ganz praktischen Sinn. Man sträubte sich, alte Dinge einfach ungenutzt wegzuwerfen. Und so wurden ausgemusterte Boote manchmal schlicht und einfach geteilt, um sie als Regale, Kaninchenställe oder für andere Zwecke weiterzuverwenden. Auch Innenarchitekten wären sicher dankbar für ein solch seltenes Dekorationsstück.

 

Daneben können halbe Boote aber auch dramatischere Ursachen haben. In den früheren Fischerkommunen wurden Werkzeuge und Arbeitsmaterialien oft gemeinsam genutzt. Kam es Mal zum Streit oder im schlimmsten Fall gar zur Trennung, lag es nahe, das gemeinschaftliche Eigentum streng zu teilen: Du ein Netz – ich ein Netz. Du ein Ruder – ich ein Ruder. Aber was geschieht nun mit einem Boot? Konnte man sich nicht einigen – bei der sprichwörtlichen Sturheit der Menschen hier an der Küste keine Seltenheit – nahm man kurzerhand eine Säge und zerteilte das gute Stück. Jetzt bekam jeder eine Hälfte, ob noch sinnvoll oder nicht.    


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