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Samstag, 21. Oktober 2017
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Natureum

Entdeckung Nr.158

Das Kreuz mit der Artenvielfalt

Der Schnäpel - ein entfernter Verwandter des Lachses - hat viele Namen. Bekannt ist er auch als Felchen, Maräne oder Renke. Vielfältig wie die Namenspalette ist auch seine Verbreitung. Der früher beliebte Speisefisch hat auf der Nordhalbkugel viele unterschiedliche Lebensräume erobert. In Deutschland ist er vor allem in Alpenseen, im Bodensee ebenso wie in der Ostsee zu finden. Der Nordseeschnäpel, der früher in Rhein und Nordsee vorkam, gilt seit den 1940er Jahren als ausgestorben.

 

Ein besonderes Charakteristikum des Schnäpels ist die enorme Anpassungsfähigkeit an seinen Lebensraum. In Gestalt und Lebensweise unterscheiden sich etwa bodenorientierte, weichtierfressende "Bodenrenken" oder in Freiwasser lebende, planktonfressende "Schweberenken". Andere Formen, wie die in der Ostsee, ziehen zum Laichen die Flüsse hinauf, was den Binnenseebewohnern natürlich verwehrt ist.

 

Diese Vielfalt bereitet den Wissenschaftlern nicht wenig Probleme. Denn wissenschaftlich wird  eine "Art" als natürliche Fortpflanzungsgemeinschaft definiert. Gemeinhin zeugen Individuen unterschiedlicher Arten keinen gemeinsamen Nachwuchs. Wenn aber im Laufe der Evolution neue Arten entstehen, ergeben sich zwangsläufig Fälle, die sich nicht eindeutig einer Art zuordnen lassen. Der Schnäpel ist hierfür ein beispielhaftes Anschauungsobjekt. Strittig ist deshalb unter Experten, ob die verschiedenen Populationen und Formen als eine einzige, sehr variable Art oder schon als jeweils eigenständige Arten angesehen werden sollen.

 

Der Ostseeschnäpel ist im NATUREUM und im OZEANEUM zu beobachten: ein äußerlich unscheinbarer, silberner Fisch, doch mit einem vielgestaltigen und lehrreichen Hintergrund.


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