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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Ozeaneum

Entdeckung Nr.161

Eine Holzprothese für den Entenwal

Wohin mit einem toten Wal? Diese Frage stellte sich früher immer wieder, wenn wie im 19. Jahrhundert verirrte Meeressäuger an der umliegenden Ostseeküste strandeten. In diesen Zeiten steckte die Walforschung noch in ihren Kinderschuhen, und auf Wale spezialisierte Einrichtungen wie das Deutsche Meeresmuseum lagen noch weit in der Zukunft. Also mussten die örtlichen Fischer seinerzeit zur Selbsthilfe greifen. Doch das geschah alles andere als fachmännisch und oftmals mit brachialen Mitteln.   

 

So auch im Falle eines 1877 auf dem Bock gestrandeten Entenwals. Dieser war ein erwachsenes, über 9 Meter langes Tier mit unbekanntem Geschlecht. Nach seiner Entdeckung auf der unweit von Hiddensee liegenden Insel machten sich heimische Fischer daran, ihre "Beute" zu zerteilen. Erst rund vier Wochen später erfuhren Wissenschaftler an der nahen Greifswalder Uni von dem Fund und wollten die Reste des Kadavers in Augenschein nehmen. Der Anblick, der sich den Professoren bot, muss verheerend gewesen sein. Der Walkörper war mittlerweile in drei größere Teile zerlegt und diese laut eines Zeitzeugen "in wahrhaft vandalischer Weise zerstört". So fehlte am Schädel beispielsweise das vordere Schnabelende und auch die Schädelhöhle war zertrümmert.

 

Die Wissenschaftler retteten, was noch zu retten war und transportierten die verbliebenen Skelett-Teile zur Untersuchung nach Greifswald. Später kamen auch die Teile hinzu, die zuvor nach Hiddensee geschafft wurden. Zur besseren Anschaulichkeit erhielt der beschädigte Schädel eine Holzprothese und kam 1968 ins MEERESMUSEUM. Heute ist das ungewöhnliche Exponat im OZEANEUM in einer Schauvitrine im ersten Obergeschoss des Foyers zu sehen.


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