Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Donnerstag, 19. Oktober 2017
365-Entdeckungen Startseite
Nautineum

Entdeckung Nr.163

Ein Kaufmann auf Abwegen

Lange bevor ein geschlossener Tauchanzug in Großbritannien - dem offiziellen Erfinderland - bekannt wurde, hatte ein kreativer Kaufmann in der vorpommerschen Stadt Barth dieses Prinzip bereits in Theorie und Praxis umgesetzt. Dabei war Peter Kreeft eigentlich gar kein technischer Tüftler oder Entdeckergeist. Idee und Umsetzung der ersten geschlossenen und luftversorgten  "Tauchmaschine" entsprangen ganz pragmatischen Umständen. Anlass seiner Erfindung war ein im Barther Bodden gesunkenes Frachtschiff, dessen wertvolle Ladung er verständlicherweise nicht aufgeben wollte.

 

Wie aber sollte man die Kupferplatten im gesunkenen Schiffsrumpf damals bergen? Die schwierige Arbeit unter Wasser konnte nur durch Taucher bewältigt werden. Die Luftversorgung von oben über einen Tauchhelm aber war seinerzeit noch nicht bekannt. Und Tauchanzüge, die den Taucher komplett umschlossen, kamen sogar erst nach 1837 auf. Also ersann der findige Vorpommer wahrscheinlich den ersten Ganzkörperanzug für Unterwasserarbeiten mit Luft- und Sprechverbindung. Diesen führte er im Jahr 1800 dem schwedischen Regenten im Stralsunder Hafen vor und bewies vor königlichen Augen dessen Funktionstüchtigkeit.

 

1805 wurde diese Leistung von einem Augenzeugen nachträglich schriftlich festgehalten. Die weltweite Anerkennung als Erfinder des Tauchanzuges blieb Peter Kreeft aber versagt. Wahrscheinlich geriet die Konstruktion nach Bergung der gesunkenen Schiffsladung schnell wieder in Vergessenheit. War dem einfallsreichen Geist doch gar nicht an Erfinderruhm gelegen, sondern vielmehr an der Rettung einer verloren geglaubten Schiffsladung.

 

Eine originalgetreue Nachbildung dieses ersten kompletten Tauchanzuges ist im NAUTINEUM zu sehen.


Diese Entdeckung finden Sie im NAUTINEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!