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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Nautineum

Entdeckung Nr.173

Kunstwerk aus 27.594 Knoten

„Perser der Ostsee“ werden sie auch genannt, die nicht ganz so bekannten Freester Fischerteppiche von der vorpommerschen Ostseeküste. Doch wie ihre orientalischen Verwandten, sind die aufwendig geknüpften Handarbeiten großartige Meisterwerke einer traditionellen Volkskunst, die hierzulande noch recht jung ist und erst im frühen 20. Jahrhundert aufkam. Der Anstoß, die Geschicklichkeit der heimischen Fischer beim Knüpfen von Netzen anderweitig zu nutzen, entstand aus einer Notsituation heraus.

 

Als 1928 ein dreijähriges Herings-Fangverbot zum Schutz sinkender Bestände in der südlichen Ostsee vielen Fischerfamilien die Lebensgrundlage entzog, entwickelte sich auf Empfehlung amtlicher Stellen dieses bislang unbekannte Kunsthandwerk. Vom Fischerort Freest am Peenestrom ausgehend, gewann entlang der Küste mit Hilfe eines österreichischen Textilfachmannes so ein neuer Wirtschaftszweig an Bedeutung. Markenzeichen der pommerschen Teppichknüpfer waren die typischen Muster und Ornamente, die direkt dem Lebensumfeld der Fischer entnommen wurden. Freester Fischerteppiche mit Wellen-, Fisch- und Ankermotiven gehörten bald zum Schmuck vieler wohlhabender Bürgerhäuser.            

 

Auch heute noch werden die Freester Fischerteppiche nach der traditionellen Methode geknüpft. Das Ausstellungsstück im NAUTINEUM kam zum achtzigjährigen Jubiläum der heimischen Teppichknüpferei ins Museum. Es zeigt ein klassisches Motiv, den Dreifisch. Entstanden ist der Teppich in 70 Arbeitsstunden aus genau 27.594 Knoten.     


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