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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.179

Ein Schweinswal geht auf Wanderung

Die Familie der Schweinswale ist in den Küstengewässern aller Ozeane heimisch. Vier der sechs Arten leben auf der Nordhalbkugel und bevorzugen vor allem die gemäßigten Gewässer. Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) war bis Mitte des 20. Jahrhunderts in der Ostsee weit verbreitet, allerdings gingen die Bestände im Laufe der letzten Jahrzehnte stark zurück.

 

Im Rahmen eines statischen, akustischen Monitorings untersucht das Deutsche Meeresmuseum mit Hilfe von Unterwasser-Mikrofonen, sogenannten Klickdetektoren, seit neun Jahren das Vorkommen dieser kleinen Meeresssäugetiere. Insgesamt sind in der deutschen Ostsee zwölf Stationen mit Klickdetektoren besetzt. Die hier gewonnenen Daten zeigen, dass die westlich von Rügen positionierten Stationen mehr Schweinswalregistrierungen aufzeichnen als die weiter im Osten gelegenen.

 

Doch neben den geografischen wurden vor allem saisonale Unterschiede deutlich. Von Frühjahr bis Herbst werden wesentlich mehr Schweinswale mittels Klickdetektoren registriert als im Winter. Es wird vermutet, dass die Tiere im Frühjahr den großen Heringsschwärmen folgen.

 

Jahrzehntelange Datenreihen von Sichtungen, Totfunden und besenderten Tieren bildeten bisher die Grundlage für die Vermutung von saisonalen Wanderungen bei Schweinswalen. Das durchgeführte Monitoring lieferte die entscheidende Bestätigung für die Existenz des Wanderungsverhaltens bei diesen Meeressäugetieren.


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