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Freitag, 20. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.19

Die Kammerreuse - warum geht der Fisch ins Netz?

Für sogenannte Landratten und unbedarfte Laien ist der komplizierte Aufbau einer Kammerreuse ein verwirrendes Rätsel. Die Stellnetze im relativ flachen Küstenwasser fallen wie etwa bei Hafenrundfahrten im Strelasund und in den nahen Bodden ohnehin nur durch einen undefinierbaren Stangenwald auf. Ein Blickfang meist allein, weil auf den Spitzen die findigen Kormorane lauern, um sich zu passender Gelegenheit an den leicht zu erreichenden Fischen gütig zu tun, die sich unter ihnen im Wasser sammeln. Der attraktive Küstenvogel macht sich aber mit diesen cleveren Fangmethoden unter den heimischen Küstenfischern nur wenig Freunde. Denn er weiß seit jeher den Findungsreichtum der traditionellen Fischerei geschickt zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen.

                         

„Warum nur gehen die Fische ins Netzt?“, mag man sich angesichts dieser eigenartigen Konstruktion fragen. Das Modell in der Fischereiausstellung im Katharinenkloster und das Original im Nautineum auf der Insel Dänholm offenbaren ihr Geheimnis nicht auf den ersten Blick. Der Trick ist dabei, dass die Fischer aufgrund uralter Erfahrungen die Netze mit der Öffnung genau in Schwimmrichtung der Ostseeheringe stellen, für deren Fang die weitgefächerten Kammerreusen vorwiegend gebaut wurden. Denn umkehren können diese Wanderfische aufgrund noch älterer Instinkte nicht. Sie müssen stur vorwärts ihr Ziel erreichen, wie etwa die gewohnten Laichgebiete im Greifswalder Bodden. Doch da er nicht zurück kann, sucht der Fisch stets geradeaus sein Heil – einen Durchschlupf - folgt dem Leitwehr und gerät schließlich in die Falle, aus der es kein Entkommen mehr gibt. Über den Kammern am Ende der Reuse hat der Fischer dann leichten Zugriff auf die Fische. Wie der Kormoran!          


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