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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Nautineum

Entdeckung Nr.182

Warum der Kahn so schief ist

Man traut seinen Augen nicht. Sind die meisten historischen Boote in der umfangreichen Bootssammlung im NAUTINEUM gewohnt symmetrisch geraten, scheint am sogenannten „Rostocker Kahn“ die Form nicht ganz stimmig. Bug und Heckmitte liegen nicht auf einer Linie und eine Bordseite hat eine stärkere Rundung als die andere. Das jedoch ist nicht auf einen eventuellen Augenfehler des Betrachters zurückzuführen und auch kein Holzschaden, der zur Verformung des trockenen Materials geführt hätte. Die ungleichen Seitenwände sind vielmehr ein pfiffiger Trick der alten Bootsbauer, die mit dieser Konstruktion den Fischern die Arbeit erleichterten.

 

Gleichzeitig fischen und zweihändig rudern war selbst für die Besten ihres Fachs schlichtweg unmöglich. Mit einem Seitenruder jedoch hatte der Fischer die Hände zeitweilig für die Netze frei. Durch die einseitige Ruderbewegung allerdings hätte sich das Boot stets im Kreis gedreht. Findigen Bootsbauern gelang es seinerzeit, durch den ungleichen Querschnitt des „Rostocker Kahns“ der Kreisbewegung entgegenzuwirken. Trotz nur eines Ruders fuhr der Kahn geradeaus.

 

Und noch eine andere Besonderheit macht diese Boote zu historischen Sehenswürdigkeiten. Ihre Bauweise symbolisiert den Übergang vom Einbaum zum Plankenboot. Deutlich zu erkennen ist der flache, ausgehöhlte, einteilige Bootsboden und die darüberliegenden Plankengänge. Zwei Exemplare dieser eigenwilligen Bootstypen, die bis ins späte 19. Jahrhundert im Gebrauch waren, sind im NAUTINEUM zu sehen.          


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