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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.187

Wertvolles Präparat eines fast ausgestorbenen Vogels

Man darf ihn getrost unscheinbar nennen, den knapp 17 cm großen Vogel mit seinem grau-braun gestreiften Gefieder. Auch das Präparat aus der ornithologischen Sammlung des Deutschen Meeresmuseums hinterlässt keineswegs einen überwältigenden Eindruck. Es ist jedoch eines der „wertvollsten Stücke“, die das Museum sein eigen nennt, sagen die Museumswissenschaftler. Das liegt wohl auch an seinem beachtlichen Alter. Der seinerzeit präparierte Seggenrohrsänger – so der Name des weitgehend unbekannten Vogels – ist gute einhundert Jahre alt. Er wurde im Oderhaff gefangen, das er einst zahlreich besiedelte. Heute sind dort nur noch wenige Exemplare anzufinden. Deswegen auch zählt der kleine Niedermoorbewohner heute zu den in Deutschland ausgestorbenen Arten. Damit ist das seltene Präparat für die Wissenschaft tatsächlich von unschätzbarem Wert, da es wichtige, verloren geglaubte Erbgut-Daten bewahrt. Erst diese ermöglichen Vergleiche mit anderen Populationen oder Restvorkommen einer extrem bedrohten Art.       

 

Diese Sonderstellung hat dem kleinen Insektenjäger auch die Beachtung in einer aktuellen Broschüre der Universität Greifswald beschert, die ihre digitalisierten Schätze aus wichtigen Wissenschaftsbereichen wie Biologie, Architektur oder Kunst der Öffentlichkeit vorstellt. Diese moderne, effiziente Form der Datenspeicherung ist heute für die Forschung längst unverzichtbar.

 

Auch in einem aktuellen und wichtigen Artenschutzprojekt genießt der Seggenrohrsänger besondere Aufmerksamkeit. Mit winzigen Geodatenloggern ausgestattet, erforschen Wissenschaftler das Siedlungs- und Zugverhalten zwischen den afrikanischen Winterquartieren und einem Siedlungsgebiet in der Ukraine. Die jüngst gewonnen Daten sind Voraussetzung für gezielte Schutzmaßnahmen zur Arterhaltung.      


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