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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.189

Schweinswale und der 7. Sinn – die Echoortung

Zahnwale, Fledermäuse und einige wenige Vogelarten verfügen über die außergewöhnliche Fähigkeit, sich mit einem hochentwickelten Echoortungssystem zu orientieren. Dies ermöglicht es ihnen, auch bei schlechtesten Sichtverhältnissen Beute zu jagen.

 

Das Ortungssystem des in der Ostsee heimischen Schweinswals funktioniert folgendermaßen: Die Tiere senden kurze Schallimpulse, sogenannte Klicks, aus. Diese liegen bei einer Frequenz um 130 kHz, also deutlich über dem Hörbereich des Menschen. Ist das Blasloch geschlossen, wird Luft durch lippenähnliche Strukturen, die in den Nasengängen liegen, gepresst, wodurch ein Klick entsteht. Ein großes Fettlager, die sogenannte Melone, vor dem Gehirnschädel bündelt die Schallwellen und gibt sie gerichtet in Schwimmrichtung nach vorne an die Umgebung ab. Treffen diese Schallwellen nun auf ein Hindernis, werden sie als Echo zurückgeworfen. Im Unterkieferknochen der Zahnwale befinden sich ebenfalls Fettlager, welche die reflektierten Schallwellen aufnehmen, bündeln und zum Innenohr weiterleiten. Aus den unterschiedlichen Laufzeiten der Echos, die am rechten und linken Ohr ankommen, bestimmt der Schweinswal beispielsweise die Richtung des Objektes. Aber auch die Entfernung zu und die Beschaffenheit von Objekten können die Tiere mit der Echoortung feststellen.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen lassen darauf schließen, dass Schweinswale sich unter Wasser an Landmarken, also markanten Strukturen wie beispielsweise Riffen orientieren. Untersuchungen der Forschungsgruppe des MEERESMUSEUMS bestätigen, dass die Meeressäugetiere sich darüber hinaus am Meeresboden orientieren. Des Weiteren nutzen die Tiere ihre Echoortungslaute vermutlich auch für die innerartliche Kommunikation.


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