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Freitag, 20. Oktober 2017
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Ozeaneum

Entdeckung Nr.196

Wo sind die Aale?

Können 85 Aale aus einem Schaubecken verschwinden? Das fragten sich die Aquarianer im OZEANEUM, nachdem die Jungfische erstmals ins Hafenbecken eingesetzt und dann nicht mehr gesehen wurden. Tagelang waren die gerade mal 30 Zentimeter langen und kaum fingerdicken Aale spurlos verschwunden. Wurde bei der Beckeneinrichtung irgendetwas übersehen? Gab es unbekannte Verstecke – etwa einen Weg in die Filterkammer? Oder gar Möglichkeiten aus dem Aquarium zu entkommen? Quälende Fragen, die erst durch den Einsatz eines Tauchers eine plausible Erklärung fanden.

 

In der Tat dienten tiefe Risse in den alten Holzdalben der Beckendekoration den Jungaalen als perfektes Versteck. Von vorne durch die Aquarienscheiben nicht zu sehen, hatten sich die schmalen Fischlein fein säuberlich übereinander aufgereiht, um im Dunkel des Spaltes Schutz zu suchen. Ein ganz natürliches Verhalten, damit sie sich in der unbekannten Umgebung erst einmal orientieren konnten, wie sicher die Wasserwelt drum herum ist.       

 

Nachdem sich die Fische an ihr neues Zuhause gewöhnt hatten, wurden sie dann auch für die Besucher ein attraktiver Blickfang - bis heute. Wie heimisch die Aale geworden sind, lässt sich auch an ihrem Wachstum ablesen. Die rund vierjährigen Tiere haben nun eine Länge von 60-70 Zentimeter erreicht und ihren Umfang nahezu verdoppelt. Und die alten Verstecke sind längst zu eng geworden. 

 

Auch wenn sich die Aale im Hafenbecken offensichtlich wohl fühlen, einer wichtigen Lebensaufgabe werden sie nicht folgen können: der langen Wanderung in die Laichgebiete der Sargasso-See. Der Preis für den Verzicht auf Fortpflanzung aber ist kein schlechter. Denn die Aquarien-Aale werden wesentlich älter als ihre freien Artgenossen, die nach dem Ablaichen ihr Leben beenden.


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