Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Dienstag, 17. Oktober 2017
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum

Entdeckung Nr.3

Drückerfische soll man nicht drücken!

In den Aquarien des Deutschen Meeresmuseums lebt eine ganz besondere Fischfamilie: die Drückerfische (Balistidae). Es sind sehr auffällige Fische: sie haben eine hohe, ovale Körperform, eine ungewöhnliche Färbung und eine sehr charakteristische Kopfform.

Drückerfische sind sehr charismatische Tiere. Die Aquarianer im MEERESMUSEUM können immer wieder erleben, dass diese Tiere sehr neugierig, manchmal sogar anhänglich, oft aber auch aggressiv sein können. Drückerfische "verdrücken" sich, entsprechend ihres Namens, tatsächlich zuweilen in Höhlen und Spalten. Ihr deutscher Name geht jedoch aus der Fehlübersetzung der englischen Bezeichnung "Triggerfish" hervor. Der englische Name bezieht sich auf die erste Rückenflosse. Der erste Rückenflossenstrahl ist als starker Stachel ausgebildet; wird er aufgestellt, kann der zweite, kleinere Rückenflossenstrahl so nach vorne klappen, dass die Position des ersten Rückenflossenstrahls gesichert wird. Dieser Sicherungsmechanismus entspricht mechanisch der Sicherung am Abzug eines Gewehrs; dieser Abzug heißt im Englischen "trigger".


Der bei den Drückerfischen ausgeprägte Sicherungsmechanismus stellt auch Aquarianer häufig vor Probleme: steht ein Tierumzug an, muss das Wasser in einem Becken abgelassen werden, um die Fische zu fangen. Schon oft haben dabei die Drückerfische sich soweit in die Dekoration zurück gezogen, dass die Pfleger die Tiere aus ihrem Versteck ziehen mussten. Und leider beißen Drückerfische auch mal ganz gern! Das wissen auch die Taucher im OZEANEUM. Dort zieht ein Grauer Drückerfisch (Balistes capriscus) seine Runden im großen Schwarmfischbecken. Vor seinen Zähnen müssen sie sich in Acht nehmen!

Der Graue Drückerfisch hat aber auch seine sanften Seiten. Er lebte eine Zeitlang in der Quarantäne hinter den Kulissen und dort entwickelte sich eine ganz ungewöhnliche Freundschaft: er teilte sich nämlich sein Becken mit einem Zackenbarsch (Epinephelus marginatus). Die beiden schwammen immer zusammen und galten bei den Tierpflegern als unzertrennlich. Als der Zackenbarsch für einige Wochen in ein anderes Becken umziehen musste, änderte der zurückgebliebene Drückerfisch sein Verhalten und fühlte sich unwohl: er fraß schlechter und blieb meist in einer Ecke des Beckens.

Die Trennung dauerte allerdings nicht lange und beide Fische konnten bald gemeinsam in das große Atlantikbecken umziehen. Dort gehen sie jetzt allerdings mehr ihre eigenen Wege, aber ab und zu kann man beide zusammen am Walskelett entdecken.

 


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!