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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Nautineum

Entdeckung Nr.203

Gewichtsmaß und Seezeichen

Eher unauffällig und scheinbar bedeutungslos steht ein alter Weidenkorb zwischen den historischen Booten in der großen Bootshalle des NAUTINEUMs. Dabei waren Körbe früher jedoch wichtige Transportbehälter und gebräuchliche Alltagsutensilien in jedem Haushalt. Bei den heimischen Fischern galten sie zudem als Gewichtsmaß. Wenn die Fischerboote mit dem Fang nach Hause zurückkehrten, wurden die Fische in solchen Körben gesammelt und zum Verkauf angeboten. Ein „Korb“ Frischfisch war also eine einheitliche Gewichtsangabe, die den Käufern gleichbleibende  Mengen garantierten. In der modernen Hochseefischerei wird heute noch die Menge des gefangenen Fischs in Korb (entspricht 50 kg) angegeben. Der Weidenkorb als Fischbehälter hat also durchaus seine Berechtigung unter all den Fangwerkzeugen und Gegenständen aus der Geschichte der Fischerei.  

 

Verbunden mit den Körben war ein eigenes Handwerk, das in Deutschland noch im 19. und frühen 20. Jh. von großer Bedeutung war. Korbmacher oder Korbflechter sind auch schon bei den alten Ägyptern oder Kelten bekannt. Wie beim Weidenkorb der Fischer wurden dafür meist junge Weidenschößlinge verwandt. Die Weide ist übrigens ein wichtiger und verbreiteter Kulturbaum im Mecklenburg-Vorpommern, der vielen Landstrichen ein markantes Aussehen verleiht, wenn aus den kurz gehaltenen Stämmen frische Weidenruten sprießen.

 

Neben seiner Funktion als Transportbehälter wurde der Weidenkorb an Bord auch ganz pragmatisch eingesetzt. Ein Korb im Mast signalisierte anderen Schiffen: „Achtung! Ich fische mit einem Schleppnetz und kann nicht gut manövrieren.“


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