Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Donnerstag, 19. Oktober 2017
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum

Entdeckung Nr.204

Der leise Poltergeist im Kloster

Wissenschaftler sind hin und wieder berufsbedingt Nachtmenschen. Nicht immer lassen sich wissenschaftliche Arbeiten auf die gängige Tageszeit beschränken. Für besondere Konzentration oder Ruhe sind die Nachtstunden erfahrungsgemäß besser geeignet. Diesen Vorteil nutzte auch der ehemalige Aquarienleiter im MEERESMUSEUM, Dr. Karl-Heinz Tschiesche, für Beobachtungen seiner Aquarienbewohner. Dabei waren störende Licht- und Geräuschquellen ausgeschaltet und der Meeresbiologe verbrachte nächtelang seine Zeit im Dunkel des Katharinenklosters, in dessen Mauern sich das Stammhaus des Deutschen Meeresmuseum befindet.

 

Während seiner Studien war er stets allein und der einzige Mensch in den Gewölben des Museumskellers, in dem die Aquarien stehen. So zumindest seine Annahme. War es Ermüdung durch die konzentrierte Arbeit, war es Trugschluss der Augen durch das spiegelnde Aquarienglas, jedenfalls glaubte er in einer Nacht plötzlich eine Bewegung im diffusen Dunkel des Kellers wahrgenommen zu haben. Darauf vernahm er leise, aber deutlich Schritte auf der Holztreppe, die nach oben ins Museum führt.

 

Überrascht und ein wenig erschrocken wollte der Wissenschaftler den Geräuschen auf den Grund gehen und folgte den Stufen. Oben angekommen fand er die Tür zum Boden unerwartet geöffnet. Dahinter gähnende Schwärze. „Ich bin ja nicht ängstlich“, beteuert er stets bei dieser Geschichte, „aber ich hatte nicht den Mut, hinter die Tür zu schauen“. So bleibt bis heute ungeklärt, ob womöglich eine unbekannte Katze durch das Museum schlich oder vielleicht doch der Geist eines alten Mönches, wie manche gerne glauben möchten. Der leise Nachtschwärmer freilich wurde seither nie mehr gesehen.      

 


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!