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Samstag, 21. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.26

Scrimshaw - Pottwalzähne als Kunstobjekt

Was machte früher ein Seemann in seiner Freizeit an Bord? Lieder singen, Geschichten erzählen? Wochen- oder gar monatelang auf hoher See, gab es vor Erfindung von Radio, TV und Telefon nur wenige Möglichkeiten einer Zeit füllenden Beschäftigung. Recht langweilig und eintönig also müssen auch die Nächte und Fangpausen der ehemaligen Walfänger auf ihren Schiffen gewesen sein. Bis die fingerfertigen und künstlerisch begabten Seeleute unter ihnen Pottwalzähne, Walknochen aber auch Stoßzähne von Walrössern als Objekte kreativer Betätigung entdeckten.

 

„Scrimshaw“ nannten die Künstler die Ritz- und Gravurtechnik, mit der in die glatte Oberfläche haarfeine Bilder aus dem Leben der Walfänger eingezeichnet wurden. Die Ritzzeichnungen wurden mit Ruß-Öl-Gemischen geschwärzt. Zu den beliebtesten Motiven gehörten seinerzeit maritime Szenen mit Schiffen und Walen. Die Kunst der Walfänger war vor allem seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts verbreitet und die kleinen Kunstwerke wurden zu begehrten Sammlerobjekten. Zu den wohl bekanntesten Sammlern zählte der ehemalige US-Präsident John F. Kennedy. Mit der zunehmenden Ächtung des Walfangs ging danach auch die Scrimshaw-Kunst bis auf wenige Ausnahmen ihrem Ende entgegen.  

 

Zu den besonders auffälligen und kunstfertigen Sammlungsstücken im MEERESMUSEUM gehören neben zahlreichen ungewöhnlichen Gebrauchsgegenständen aus Walmaterial ein zweifarbiges Miniatur-Fass aus Walknochen und Walbarten sowie das Modell einer Walfangschaluppe von den Azoren.

 


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