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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Nautineum
Entdeckung vom 13. September 2011

Entdeckung Nr.256

Mit dem Fischkutter im Kriegseinsatz

Friedlich und arbeitsam, wie es sich für einen Fischkutter gehört, wirkt die MARGARETE an ihrem letzten Ruheplatz im NAUTINEUM. Das war aber nicht immer so. Ganz gegen seine ureigene Bestimmung stand das Schiff aus Vorpommern mit einem leichten Maschinengewehr bewaffnet drei Jahre lang bis 1943 im Dienste der Deutschen Wehrmacht. Wie weitere 25 Fischereikutter sollte auch die MARGARETE zu Kriegszwecken eingesetzt werden und wurde 1940 samt Besatzung nach Dünkirchen beordert. Von hier aus war ein militärischer Überfall auf die Englische Insel geplant und den Kuttern war dabei die Rolle als Mannschaftstransporter und Schlepper für Pontons zugedacht. Da diese Pläne scheiterten, konnte das Fangschiff als „Reichskutter“ seiner ursprünglichen Aufgabe wieder nachkommen.

 

Der Weg eines der ersten Großkutter in Vorpommern begann 1937 im Fischerdorf Spandowerhagen nahe der Insel Usedom. In Auftrag gegeben vom Fischer Karl Schumacher, erfolgte noch im selben Jahr der Stapellauf. Das Schiff erhielt, der Tradition folgend, den Vornamen der Mutter des Eigners. Die MARGARETE war für die Grundschleppnetzfischerei ausgerüstet und wurde von zwei 2-Zylinder-Motoren der Firma Krupp mit jeweils 50 PS angetrieben. Die mehrtägigen Fangreisen führten hauptsächlich in die südliche Ostsee in die Gewässer um Bornholm.

 

Nach der Wende geriet der Kutter in Vergessenheit bis ihn ein Museumsmitarbeiter auf der Stralsunder Insel Dänholm „in sehr schlechtem Zustand“ wiederentdeckte. In den Jahren 2002/3 konnte das Schiff für die Fischereiausstellung im NAUTINEUM restauriert werden. Fachlich unterstützt wurden die Arbeiten durch die Werft Nils Rammin in Barth.   


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