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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Meeresmuseum
Entdeckung vom 14. September 2011

Entdeckung Nr.257

Glatzkopf mit Schnurrbart

Als sich die Ostsee vor rund 10.000 Jahren nach der letzten Eiszeit allmählich aus dem Gletscherwasser der zurückweichenden Eisfront bildete, kamen Bartrobben auch in diesen südlicheren Breiten vor. Heute leben sie nur noch in den Treibeisgebieten um die Arktis herum. Darum ist es kaum verwunderlich, dass die Begegnung mit einer Bartrobbe in der Ostsee äußerst selten ist und bisweilen zu einigen Irritationen führen kann.

 

Es geschah im September 1991, dass ein Fischer aufgeregt die Wissenschaftler im Deutschen Meeresmuseum um Hilfe bat, weil sich ein „Seehund“ in seiner Reuse verfangen hatte, wie er meinte. Vor Ort konnte Robbenexperte Klaus Harder jedoch eindeutig eine Bartrobbe identifizieren und damit den Erstnachweis dieser Robbenart in der Ostsee erbringen. Diese Meeressäuger haben ihren Namen wegen des auffälligen breiten, weißen Bartes bekommen. Wenn nur der Kopf des schwimmenden Tieres aus dem Wasser schaut, kann man (bei schlechter Sicht oder Dunkelheit) die Robbe durchaus für einen kahlköpfigen Menschen mit gewaltigem Schnurrbart halten. In Kamtschatka wird die Bartrobbe deswegen auch „kahler Seehund“ genannt.

 

Der Rügener Fischer jedenfalls fand keinen Schwimmer in seiner Reuse, sondern einen ungewöhnlichen Irrgast in der Ostsee. Nach einigen Anstrengungen gelang es den Museumsleuten, die Robbe aus ihrem unfreiwilligen Gefängnis zu befreien. Wahrscheinlich hat sie danach den Weg zurück in die Nordsee gefunden. Zurück blieben wunderschöne Fotoaufnahmen, die den Irrgast bezeugen und in den Köpfen der Stralsunder Wissenschaftler der amüsante Vergleich mit einem seinerzeit bekannten Altstadt-Original - einem kahlköpfigen Mann mit breitem, weißen Schnurrbart.    


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