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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.298

Stiller Wintergast hoch aus dem Norden

Bunte Singvögel und kalter Schnee sind zwei Dinge, die nach landläufigen Vorstellungen nicht so recht zusammenpassen. Ist es in unserer Breiten doch so, dass die gefiederten Sänger stets rechtzeitig und im wahrsten Sinne das Weite suchen, bevor hier der Winter einzieht. Wenn dann der erste Schnee fällt, sind die uns wohlbekannten Zugvögel längst in wärmeren und südlicheren Gefilden, oft viele Tausend Kilometer weiter angekommen.   

 

Ähnlich macht es auch die Schneeammer, nur mit anderen Koordinaten. Denn ihr sommerliches Zuhause liegt nahe dem Polarkreis, in Schottland, Island und im nördlichen Skandinavien. Für die Flucht aus der großen Kälte reicht den etwa sperlingsgroßen Vögeln bereits der Halt an Nord- und Ostseeküste. So sind die am weitesten im Norden brütenden Singvögel bei uns nur als Wintergäste bekannt. Sie lassen dabei auch ihre Gesänge in der sommerlichen Heimat zurück.

 

Denn diese kommen vor allem in der Brutzeit zur Geltung, die trotz der oft unwirtlichen Witterung schon im März beginnt. Dabei treffen die Männchen als erste in den Brutgebieten ein und werben ihre nachfolgende Partnerin mit bereits fertigen Nestern. Diese sind gut versteckt unter Steinen oder Felsvorsprüngen und mit Moos, Flechten und Federn gepolstert. Bei der Brautwerbung tanzen die fast weißen Männchen wie Schneeflocken durch die Lüfte und lassen trillernde Rufe ertönen. Die Küken schlüpfen zwischen Anfang Mai und Ende Juni, bevor sie ab September zusammen mit den Altvögeln in ihre wärmeren Winterquartiere aufbrechen.  

 

Die Schneeammer in der ornithologischen Sammlung stammt von der Insel Sylt und wurde 1995 dem Deutschen Meeresmuseum übergeben.


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