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Samstag, 21. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.30

Biosandalette für perfekte Fußmassage

Wo sie sich niederlassen, bleiben sie ein Leben lang. Und wo eine sitzt, kommen stets weitere hinzu. Einsamkeit ist also ein Fremdwort unter den Seepocken. Vielmehr stehen die kleinen Rankenfüßerkrebse auf Ansiedlungen in Großstadtformat. Ein anschauliches Beispiel für das eigenwillige Siedlungsverhalten bietet ein kurioses Sammlungsstück im Deutschen Meeresmuseum. 

 

Fußmassage vom Feinsten verspricht bei Wiederverwendung die sogenannte „Biosandalette“. Diese wurde Ende der 90er Jahre am Ostseestrand gefunden und war komplett mit Seepocken überwuchert. Stets auf der Suche nach einer brauchbaren Unterlage, muss der verlorene Sommerschuh den Krebsen besonders gut gefallen haben. Eine derartige enge Nachbarschaft ist selten, kommt der gegenseitigen Befruchtung der Zwittertiere aber sehr entgegen. Abhängig von der Dichte ist auch die Form der Seepocken. Haben sie Platz, wird ihre Kalkschale breiter. In der Enge dagegen gerät sie hoch und spitz, wie auf der Sandalette.   

 

Anders als ihre fernen Artgenossen der mobilen Krebse, suchen sich die Seepocken im Larvenstadium einen sicheren Untergrund, auf dem sie sich quasi einzementieren. Danach bauen sie einen festen Kalkpanzer um sich herum auf, der sie schützt. Aus diesem heraus fischen die Seepocken mit einem Fächer von Federfüßchen kleine Nahrungstiere aus dem Wasser. Die unwiderrufliche Ortswahl hält ein Leben lang. Außer bei sich bewegenden Wirten wie Krabben oder Schiffen.

 

Die Gemeine Seepocke ist die in deutschen Gewässern am weitesten verbreitete Art unter den Seepocken. Sie ist eng verwandt mit den Entenmuscheln und den parasitischen Wurzelkrebsen. Doch nur im Larvenstadium ist ihre Zugehörigkeit zu den Krebsarten erkennbar. 


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