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Freitag, 22. November 2019
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.303

Mogelpackung mit erotischen Fantasien

Die 2009 vom Deutschen Meeresmuseum übernommene Scrimshaw-Sammlung des Zoologen Dr. Wilhelm Vogel ist für die Erforschung dieses Genres von nicht unerheblicher Bedeutung. Das erklärt sich zum einen aus der hohen Anzahl der Sammlungsobjekte wie auch aus den detaillierten Angaben zur Herkunft. Auch die zeitgenössischen Motive mit Schiffen, Personen, Tieren und Walfangszenen bieten reichlich Stoff für die Deutung dieser ungewöhnlichen Volkskunst. Für echte Scrimshaw-Objekte gibt es zudem eine große Sammlerszene. Originale, die im nur begrenzten Zeitraum des massenhaften Walfangs zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert entstanden, sind aber längst selten geworden. Um den aktuellen Bedarf der Sammler zu befriedigen, kommen darum immer öfter Fälschungen und moderne Arbeiten auf den Markt.       

 

Eine ungewöhnliche, aber durchaus begehrte Sparte der Scrimshaw-Motive sind erotische Darstellungen. Diese stammen jedoch selten von den alten Walfängern, die diese feingliedrige Ritz- und Gravurkunst auf Pottwal- oder Walrosszähnen in ihrer Freizeit hervorbrachten. Seinerzeit aber waren solch intimen Darstellungen in der Öffentlichkeit noch verpönt. Das lässt darauf schließen, dass viele Erotika als Scrimshaw erst in neuerer Zeit für den Souvenirmarkt entstanden. 

 

Manche Fälscher greifen sogar auf Kunststoff-Materialien zurück, die Pottwalzähnen täuschend ähnlich sind. Aus den Aufzeichnungen zur Sammlung geht hervor, dass selbst Experten wie Dr. Vogel nur durch genaue Untersuchungen die Fälschungen erkennen konnten.   


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