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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Ozeaneum
Entdeckung vom 04. November 2011

Entdeckung Nr.308

Unbequemer Einwanderer in die Ostsee

Rippen- oder Kammquallen haben ihren Namen infolge ihrer deutlich sichtbaren Hautstruktur, die wie ein Rippenskelett aussieht und jeweils aus einer Reihe kammartiger Platten besteht. Als Planktonfresser gehörten sie selbst zum Plankton, weil alle Quallenarten trotz einer gewissen Eigenbewegung von den Meeresströmungen abhängig sind.

 

Im OZEANEUM ist eine häufige Rippenqualle der Ostsee als Nachbildung zu sehen. Die in der Planktonwolke gezeigte Rippenqualle ist ein 25-fach vergrößertes Modell der im Original nur 2 Zentimeter großen Art, die wegen ihres Aussehens auch den Namen „Meerwalnuss“ trägt.

 

Eine verwandte Art - ursprünglich im Oberflächenwasser an der süd- und nordamerikanischen Atlantikküste beheimatet - ist vor 30 Jahren erfolgreich nach Europa eingewandert. Über Ballastwassertanks ins Mittelmeer und Schwarze Meer eingeführt, richtete die Rippenqualle in den 1980er Jahren verheerende Schäden an den dortigen Fischbeständen an. Denn die transparente Schönheit ist ein gefräßiges Meerestier. In Massen auftretend, kann sie beim Vertilgen von Zooplankton zum ernsthaften Nahrungskonkurrenten für Fische werden. Außerdem frisst sie gerne Fischlarven und -eier und selbst kleine Fische.

 

Seit 2006 ist diese Rippenqualle auch in der Ostsee im Vormarsch. Falls der ungewollte Einwanderer sich mit den winterlichen Temperaturen arrangieren kann, fürchten Wissenschaftler um die Fischbestände der Heringe und Sprotten. Weil ihre Wirkung auf das Ökosystem der Ostsee noch unklar ist, wird ihre Verbreitung sehr aufmerksam beobachtet. Für den Menschen sind diese Hohltiere ungefährlich, weil sie keine Nesselzellen haben.


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