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Freitag, 20. Oktober 2017
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Meeresmuseum
Entdeckung vom 11. November 2011

Entdeckung Nr.315

Stets frische Makrelenhappen

Seit 1984 gibt es im MEERESMUSEUM eine Schauvitrine, die Einblicke in die Vielfalt der Fischverarbeitung vermittelt. Nun sind mit den dort ausgestellten Fischkonserven und Delikatessen keineswegs echte Lebensmittel zum Einsatz gekommen. Ansonsten hätten die Exponate den langen Zeitraum bis heute ganz sicher nicht so unbeschadet überstanden. Dennoch machen die Fischgerichte den Eindruck, als wären sie eben gerade angerichtet worden. Stets appetitlich frisch, verlocken sie zum Probieren. Dieses verblüffend echte Bild ist einer besonderen Präparations-Methode zu verdanken.

 

Die dargestellten Fischprodukte – geräuchert, garniert, mit Saucen oder auch als Salzhering – wurden kunstvoll und täuschend ähnlich nachgebildet. Solche dreidimensionalen, originalgetreuen Abformungen sind auch unter dem französischen Begriff „Moulagen“ bekannt. Diese wurden früher als plastische Darstellungsform vor allem in der Medizin für Lehr- und Anschauungsobjekte verwandt, als die Farbfotografie noch nicht entwickelt war. Die wohl bekanntesten Nachbildungen dieser Art findet man im berühmten Wachsfigurenkabinett der Madame Tussaud.

 

Entstanden sind die Moulagen der Fischereiprodukte 1983 im Institut für biologisch-anatomische Unterrichtsmittel und Anschauungsmaterialien in Dresden. Für die Abformungen und originalgetreuen Retuschen benötigten die Präparatoren am Deutschen Hygienemuseum aber für eine längere Zeit frische Fischgerichte und Zutaten, die damals nicht überall erhältlich waren. Also übernahm das Stralsunder Museum die Aufgabe, die Dresdner Kollegen regelmäßig mit den benötigten Lebensmitteln zu versorgen. Nahe an der Quelle der Fischereiproduktion war so gewährleistet, dass stets frische, essbare Originale für die Kopien vorlagen. Wo die schmackhaften Delikatessen nach der Arbeit landeten, ist nicht belegt.    


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