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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Nautineum
Entdeckung vom 15. November 2011

Entdeckung Nr.319

Nachbau wie in der Steinzeit

Alt und neu haben sich jetzt im Deutschen Meeresmuseum zu einem interessanten Vergleich zusammen gefunden. Neben einem echten, rund 2000 Jahre alten, steinzeitlichen Einbaum in der Ausstellung zur Fischereigeschichte in der Katharinenhalle kann auch im NAUTINEUM eine Replik, ein originalgetreuer Nachbau bewundert werden. Dieses aus einem einzigen Baumstamm gefertigte Boot gibt Eindrücke über das Aussehen neugebauter steinzeitlicher Fischerei- und Transportfahrzeuge. Aufschlussreich und bemerkenswert ist vor allem aber der Prozess seiner Entstehung.    

 

Studenten am Historischen Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald haben im Rahmen eines Praxis-Projekts die Entstehung eines Einbaums mit steinzeitlichen Werkzeugen und Arbeitsmethoden nachgestellt. Der Bootskörper entstand größtenteils von Hand in mühevoller Kleinarbeit aus einer gefällten Pappel. Moderne Arbeitsgeräte wie Kettensägen oder Eisenäxte kamen nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Ziel des Projektes war, die Wirksamkeit und Möglichkeiten steinzeitlicher mit Feuerstein bestückter Steinzeitbeile zu erproben.

 

Etwa 400 Stunden dauerte die Fertigungszeit des Einbaums, in der Schicht für Schicht Holz in schwerer körperlicher Arbeit aus dem Stamm geschält werden mussten. Dabei wuchsen unter den Studenten Achtung und Anerkennung für die steinzeitlichen Bootsbauer.

 

Im Juli konnte das Boot schließlich zu Wasser gelassen werden. Auf dem Bodden sollten Seegängigkeit, Geschwindigkeit und Aktionsradius der prähistorischen Wasserfahrzeuge erforscht werden. Bei den praktischen Einsätzen wurde deutlich, dass die Einbaumboote den Erfordernissen ihrer Zeit durchaus gerecht wurden.       


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