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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Sammlungen DMM
Entdeckung vom 07. Dezember 2011

Entdeckung Nr.341

Seltener Nestfund auf der Insel Kirr

Ein ungewöhnliches Ereignis war aus der Sicht von Vogelkundlern im Juni 1987 der Fund eines verlassenen Nestes von Zwergmöwen auf der Vogelschutz-Insel Kirr im Barther Bodden vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Darin lag ein nur wenige Stunden alt gewordenes Küken, kaum 10 Gramm schwer. Es war einer der ersten Brutnachweise von Zwergmöwen an der Ostseeküste der ehemaligen DDR. Im selben Jahr wurden dann noch zwei weitere Brutpaare beobachtet.   

 

Das Deutsche Meeresmuseum als meeresbiologische Forschungseinrichtung auch für Seevögel übernahm damals diesen seltenen Fund. Nest und Küken, wie auch zwei brütende Altvögel mit Eiern gehören heute zu den besonderen Stücken der großen ornithologischen Sammlung.

 

Zwergmöwen sind die kleinste Art unter den Seemöwen. Im Sommer im Nordosten Europas und Nordwesten Asiens zu Hause, kommen sie an der südlichen Ostsee üblicherweise nur als Wintergäste vor. Umso überraschender war seinerzeit der so weit südwestlich gelegene Nestfund. In ihrem Prachtkleid fallen die Möwen durch den harten Kontrast zwischen dem weißen Federkleid und dem schwarzen Kopf auf.

 

Als Bodenbrüter sind Zwergmöwen - sie gelten heute an sich als ungefährdete Art - besonderen Gefahren ausgesetzt. Die Uferbereiche, in denen die Nester geschützt vor Räubern angelegt werden, drohen bei steigendem Wasserpegel zu überfluten. Die Zwergmöwe gilt darum als eine Art, die vom drohenden Klimawandel besonders betroffen sein wird. Ihr Verbreitungsgebiet könnte demnach zukünftig erheblich schrumpfen.            


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