Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Dienstag, 12. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum
Entdeckung vom 08. Dezember 2011

Entdeckung Nr.342

Den Knochen ans Fett gegangen

Der süße Duft nach Verwesung ist atemberaubend und setzt sich hartnäckig in den Kleidern fest. Die Mazerationsanlage im Deutschen Meeresmuseum gehört sicher nicht zu den Lieblingsplätzen der Museumsmitarbeiter, ist aber dennoch unumgänglich, wenn aus toten Tieren Sammlungs- und Ausstellungspräparate entstehen sollen. Ob Meeressäuger, Seevogel oder Fisch, jedes Knochenstück muss diesen Vorgang durchlaufen, denn nur gereinigte und entfettete Knochen können für die Ausstellung präpariert werden.

 

Die Anlage im Katharinenkloster wurde nach der Wende in einem Raum der Präparationswerkstatt eingebaut. Eine zweite, größere Anlage befindet sich auf dem Gelände der REWA und dient zur Mazeration von großen Knochen. Mazeration und Entfettung laufen nach biologischen und umweltfreundlichen Verfahren ab. Im ersten Vorgang erfolgt in kaltem Wasser die Entblutung. Dieser Schritt beansprucht eine Woche und verhindert unliebsame Verfärbungen an den Knochen. Anschließend werden dabei die vom Fleisch freigelegten Knochen in einem Wasserbad bei 40 Grad Celsius von anhaftenden Geweberesten befreit. Bakterien fressen so in einem Zeitraum zwischen vier und acht Wochen die Skelettteile äußerlich sauber und blank. Danach werden diese in einem Bad mit Wasserstoffperoxyd rund 24 Stunden lang gebleicht.         

 

Der abschließende Entfettungsvorgang läuft in einem speziellen Kessel ab, in dem die Knochen rund 14 Tage lang in einem geschlossenen Kreislauf bei 40 Grad Celsius mit Methylenchlorid behandelt werden. Mittels einer steten Berieselung bindet und entfernt das Lösungsmittel das Knochenfett, bis dieses, isoliert in einem Behälter, zur Schadstoffbeseitigung weitergeleitet werden kann.     


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!