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Dienstag, 12. Dezember 2017
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Ozeaneum
Entdeckung vom 29. Dezember 2011

Entdeckung Nr.363

Ein Stichling sieht rot!

Den Stichlingen ist es zu verdanken, dass im 18. Jahrhundert in Europa das Aquarienhobby ausgelöst wurde. Sie sind einfach zu halten und fühlen sich vielerorts zu Hause. Ihren Namen „Stichling“ haben sie ihren kräftigen Stacheln an der Rückenflosse zu verdanken.

 

Das komplexe Fortpflanzungsverhalten des Dreistachligen Stichlings, machte ihn zum beliebten Untersuchungsobjekt in der Verhaltensforschung. Während der Laichzeit färbt sich die Bauchseite der Männchen leuchtend orangerot und Iris und Rücken werden türkisblau. Sie verlassen den Schwarm und suchen sich ein Revier, um dort ein Nest zu bauen. Sobald ein anderes Männchen in das Revier schwimmt, wird es aggressiv vertrieben. 

 

Der bekannte Verhaltensforscher Nikolaas Tinbergen beschäftigte sich eingehend mit diesem Gebaren. Unter Anwendung mehrerer Attrappen stellte sich unter anderem heraus, dass das Signal „Rivale“ eindeutig durch die Farbgebung transportiert wird.  Sobald auch nur ein Teil der Attrappe rot gefärbt war, reagierten sie mit aggressivem Verhalten. Dabei spielt die Form des vermeintlichen Gegners keine Rolle. Sogar wenn das rote Postauto am Fenster vorbei fuhr, reagierten die kleinen Kerle mit Drohgebärden.

 

Sobald ein Weibchen das Revier passiert, wird es mit einem Balztanz zum Nest gelockt, zur Eiablage motiviert und anschließend vertrieben. Häufig paaren sich die männlichen Stichlinge mit mehreren Weibchen. Anschließend verliert das Männchen seine Färbung und übernimmt hingebungsvoll die Brutpflege.

 

Im OZEANEUM sind die Dreistachligen, die Neunstachligen sowie die Seestichlinge in kleinen Schwärmen zu beobachten.


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