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Sonntag, 23. Juli 2017
365-Entdeckungen Startseite
Nautineum
Entdeckung vom 31. Dezember 2011

Entdeckung Nr.365

Mit dem Fischerschlitten übers Eis

In harten Wintern kommt es immer wieder vor, dass der Strelasund und die Boddengewässer zufrieren und unter einer dicken Eisfläche verschwinden. Für die Fischer an der Küste bedeutete dies in früheren Zeiten bisweilen wochenlange Ruhezeiten ohne Fang und Einkommen. Den findigen Menschen hier fielen aber auch dafür Lösungen ein. Sie konstruierten Eisschlitten, auf denen sie sich und den Fang über die weiten Eisflächen leicht und schnell transportieren konnten.

 

Seinerzeit gab es natürlich keine Standardmodelle. Die Fischer gaben vielmehr beim Stellmacher, Schmied oder Bootsbauer ihre individuellen Vorstellungen zur Konstruktion und Größe der Schlitten an. Das erklärt das sehr unterschiedliche Aussehen der Eisschlitten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die in der Sammlung in der großen Bootshalle im NAUTINEUM zu bewundern sind. Einige davon konnten sogar bei Bedarf mit Segeln ausgestattet werden. Eine Vorrichtung im vorderen Teil ermöglichte das Aufstellen eines entsprechenden Mastes. Üblicherweise aber wurden die Schlitten beim Eisangeln gezogen oder mit „Peeken“ - langen Holzstangen mit Eisenspitze - vorangetrieben, die der Fischer zwischen seinen Beinen nach hinten weg schob. Was heute wie unachtsame Kratzspuren auf den Schlittenenden aussieht, sind die Standflächen der Fischer, wo die Nägel der Eisschuhe ihre Abdrücke im Holz hinterließen.

   

Die Segelform auf den Eisschlitten erinnert übrigens stark an die heute gebräuchlichen Surfsegel und man darf getrost die Ursprünge der beliebten Trendsportart in den alten Fischerschlitten suchen.    


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