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Dienstag, 12. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite
Meeresmuseum

Entdeckung Nr.49

Fischjagd mit Speeren und knöchernen Angelhaken

Einem brodelnden Kessel soll einst der Strelasund geglichen haben, wenn in früheren Zeiten die Heringe kamen. Das erzählen alte Geschichten, als die mittelalterliche Hansestadt noch vom „Silber der Ostsee“ lebte. So genannt wegen der silbern glitzernden Leiber der Fische und weil der Fischfang vielen Menschen damals einen erträglichen Lebensunterhalt sicherte. Auch heute noch ziehen die Schwärme der laichbereiten Heringe dicht an dicht an der Stadt vorbei. Diese Gelegenheit nutzen alljährlich Tausende von Anglern, die den beliebten Speisefischen nachstellen. In der Heringssaison zwischen März und Mai sind die Angelhaken dann voll von zappelnden Fischen.

 

Doch nicht immer standen den Fischern am Sund hochmoderne Angelgeräte zur Verfügung. Bereits in der Steinzeit muss der Fischreichtum hier die Menschen angezogen haben. Das belegen Funde von mehr als 6000 Jahre alten Einbaumbooten und altertümlichen Werkzeugen, die vor einigen Jahren auf der Höhe des einstigen Strandstreifens ausgegraben wurden. Schon damals waren der Hering und andere Fische eine wichtige Nahrungsgrundlage. Gefangen wurden diese jedoch noch mit Speeren oder einfachen Angelruten samt Knochenhaken.          

 

Solche Relikte der frühen Fischereigeschichte sind auch in einer Schauvitrine des MEERESMUSEUMs zu sehen. Diese vermitteln Einblicke in die urzeitlichen Fangmethoden. Der Angelerfolg war seinerzeit noch stark abhängig von der Geschicklichkeit der Fischer und Jäger. Mit angespitzten Holzspeeren nach stehenden Fischen zu zielen, war nicht leicht, weil durch die Lichtbrechung die Position des Fisches verfälscht wird. So gab es bald doppelte oder dreifache Zinken am Ende des Speeres, um den Fangerfolg zu verbessern. Für größere Wassertiefen wurden daneben Angelhaken aus Röhrenknochen und aus Hirschgeweih gefertigt. Und darauf hat der stets hungrige Hering sicher auch damals schon fleißig gebissen.       


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