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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.67

Die Seefahrt und der Reiz des Weiblichen

Gleich neben dem OZEANEUM liegt die Gorch Fock. Und vor dem Museumshof des MEERESMUSEUMs hat die Adolph Reichwein ihren letzten Ankerplatz gefunden. Wie international üblich sind auch der Viermaster im Stralsunder Hafen und der alte Fischkutter vor der Katharinenhalle trotz ihrer männlichen Namensgeber weiblichen Geschlechts. Und trotz eher männlich dominierter Berufe in der Seefahrt sind Schiffe weiblich geblieben. Oder gerade deswegen?        

 

Die Tradition, Schiffsnamen mit weiblichem Artikel zu belegen, reicht weit in die Geschichte zurück. Diese Gewohnheit blieb bis auf wenige Ausnahmen erhalten. Der Ursprung aber liegt in der altägyptischen Mythologie. Dort dienten Gottheiten wie Naunet (Göttin des Meeres in der Unterwelt) oder Anuket (Göttin des Wassers) als Schutzpatroninnen der Seefahrer. Was lag also näher, als auch die Schiffe, die unter dem Schutz der Göttinnen die Meere befuhren, als weibliche Wesen zu betrachten. Die Griechen und Römer der Antike sahen das ebenso. Später zeugten üppige Galionsfiguren von diesem Glauben.

 

Lassen sich so die „weiblichen Schiffe“ folgerichtig aus der Geschichte ableiten, mag aber auch die schwierige Arbeitswelt der Seefahrer ihren Anteil daran haben. Oft monatelang auf den Ozeanen unterwegs, war Einsamkeit der stete Begleiter und die Sehnsucht nach den Frauen entsprechend groß. So konnte das Gefühl, sich quasi im Schoße und Schutz eines weiblichen Schiffes zu befinden, wenigstens etwas Trost spenden. Und auch die Bewunderung für das weibliche Geschlecht gaben die Matrosen gerne an ihre Schiffe weiter. Ebenso umgekehrt. Denn Schiffe wie Frauen konnten aus ihrer Sicht „launisch“ sein, „aufgetakelt“ oder verfügten über einen beachtlichen „Achtersteven“, wie in plattdeutsch die hintere Körperpartie auch liebevoll bezeichnet wird.  


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