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Samstag, 21. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.75

Hoffnungsvolle Spuren im Sand

Im Januar 2004 bezogen die vier weiblichen Meersschildkröten ihr neues, großes Aquarium mit angrenzendem Sandstrand. Groß war dann die Freude bei den Aquarienmitarbeitern, als im März 2006 auch eine männliche Unechte Karettschildkröte im Becken Einzug hielt. Somit war die Grundlage für eine eventuelle Nachzucht bei den vom Aussterben bedrohten Unechten Karettschildkröten gelegt.

In der folgenden Zeit stellte sich heraus, dass die Unechten Karettschildkröten im Stralsunder Aquarium in jedem Jahr die Monate Dezember bis März zu ihrer Paarungszeit erkoren haben. Tierpfleger und Besucher können sie dann regelmäßig bei den Paarungen beobachten.

Im Februar 2007 war es dann soweit: Beim morgendlichen Rundgang durch die Aquarienanlagen stellten die Tierpfleger auf dem kleinen Sandstrand an der Schildkrötenanlage Kriechspuren einer Schildkröte fest. Die Tierpfleger legten daraufhin eine Nachtschicht ein und wurden für die Geduld belohnt: das Weibchen der Unechten Karetttschildkröten kroch in Abständen nachts aus dem  Wasser, um auf dem Strand manchmal nur eine Runde zu kriechen oder auch ab und zu eine Nistkammer zu graben. Schnell wurde der Tierarzt herbeigerufen, der sofort eine Ultraschalluntersuchung an dem Tier vornahm. Dabei konnten eindeutig Eier im Bauchraum festgestellt werden. Das Tier wurde wieder freigelassen, in der Hoffnung, dass sie bald die Eier ablegen würde. Über Wochen wiederholten sich die nächtlichen Ausflüge - ohne Ergebnis.

Dieses Schauspiel wiederholt sich seitdem jedes Jahr und am Morgen nach so einer nächtlichen Grabungsaktion ist es dann für die Tierpfleger immer ein wenig wie Ostern. Die Nistgrube wird vorsichtig geöffnet und nach Eiern abgesucht. Leider gab es bis jetzt noch keine Erfolgsmeldung. Warum das Weibchen seine Eier nicht am Strand ablegen will, ist nicht geklärt. Die Tierpfleger versuchen es mit Veränderungen in der Temperatur und der Feuchtigkeit des Sandes, um ihr das Eierlegen so angenehm wie möglich zu machen. Alle hoffen auf die nächste Brutperiode und das es dann nicht nur Spuren im Sand geben wird.


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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