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Samstag, 21. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.82

Altes Zeughaus mit Schreibfehler

Besucher, die aufmerksam durch die Ausstellungen des MEERESMUSEUMs in der Katharinenhalle gehen, werden am Westgiebel der ersten Etage einen Wandpfeiler mit einer eigenartigen Inschrift bemerken. Diese sogenannte Schriftkartusche ist ein besonderes Zeugnis aus Stralsunds Schwedenzeit, die 1815 endete. Sie macht deutlich, welch unterschiedliche Nutzungen die Klostergebäude im Verlauf ihrer Geschichte erfuhren.

 

Im Zuge der Reformation in Stralsund mussten die Dominikanermönche 1525 das Kloster verlassen. Es ging in städtischen Besitz über und zunächst waren dort eine Schule und ein Waisenhaus untergebracht. Ab 1670 diente die ehemalige Klosterkirche dann als Zeughaus. In einer Mischung aus Altschwedisch und Platt bezeugt die Inschrift eine Baumaßnahme aus dieser Zeit. Die Übersetzung bedeutet: „Das Zeughaus und dieser Vorratsraum wurden in den Jahren 1786 und 1787 den Regeln entsprechend repariert und in Ordnung gebracht“.

 

Die jetzige Fassung der Inschrift gibt den ursprünglichen Text wieder. Bis zur aktuellen Restaurierung war der Schriftzug innerhalb von 20 Jahren fast vollständig verwittert und unleserlich. Wie alte Fotografien zeigen, hatte sich vermutlich in einer Überarbeitung zuvor bereits ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen, der die Restauratoren vor ein Rätsel stellte. Statt „Reglerade“ war zunächst „Regherode“ zu lesen, was sprachlich keinen Sinn ergab. Erst mit der Hilfe eines befreundeten und altschwedisch sprechenden Taxidermisten Eirik Granqvist aus Finnland konnte dieser Fehler jetzt korrigiert werden.


Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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