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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.85

Wie man aus der Haut fahren kann

„Aus der Haut fahren“, wie manch wütende Menschen gerne würden, ist bei Krebsen ein regelmäßiger Vorgang. Das Häuten gehört zum Wachsen und Erwachsen werden. Für eine Karibik-Languste aus den Aquarien des MEERESMUSEUMs wurde die Häutung 1990 allerdings zum Verhängnis. Der alte Panzer konnte wahrscheinlich nur schwer abgestreift werden, in der Folge entfalteten sich die Kiemen nicht schnell genug - der Krebs verendete. Nun dienen der abgeworfene Panzer und der noch „nackte“ Langustenkörper in der Museumssammlung als ideale Anschauungsobjekte eines komplexen Phänomens.

         

Wenn Krebse wachsen, geschieht dies in deutlich sichtbaren Abschnitten. Den Tieren wird die harte Köperhaut buchstäblich zu eng und diese bricht auf. Dafür vorgesehen ist eine „Sollbruchstelle“ zwischen dem Körperpanzer und dem Schwanzteil. Durch rhythmisches Pumpen versucht der Krebs dann die alte Haut loszuwerden. Auch Antennen, Mundwerkzeuge, sogar Augenstiele werden dabei hinausgezogen. Der komplette Wechsel der Haut ist ein durchaus schwieriger und gefährlicher Moment, der die Krebse eine Zeit lang wehrlos und attraktiv für Fressfeinde macht. Um die neue Haut möglichst schnell wieder härten zu können, wird zuvor dem alten Panzer noch Kalk entzogen. Im Magen sammeln sich dafür Kalkreserven an, die sogenannten Krebssteine.   

 

In den Tagen zwischen Häutung und Härtung des neuen, größeren Panzers suchen die Tiere oft Schutz in Höhlen. Der noch weiche und verletzliche Körper wird auch als „Butterkrebs“ bezeichnet. Ein gern gefundenes Fressen für alle Krebsliebhaber im Meer. Sogar Artgenossen finden die leichte Beute schmackhaft und neigen dann zu Kannibalismus. Dass eine „nackte“ Krebsbraut in dieser Zeit als besonders attraktiv und empfänglich gilt, klingt dagegen wieder sehr menschlich.


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