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Samstag, 21. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.88

Krebse, die wie Muscheln aussehen

Entenmuscheln gehören nicht - wie der Name vermuten lässt - zu den Muscheln, sondern zu den Krebstieren. Gemeinsam mit den Seepocken und Wurzelkrebsen bilden sie die Ordnung der Rankenfußkrebse. Deren besondere Eigenart ist die Sesshaftigkeit. Haben sich die Krebslarven einmal für einen Platz entschieden, bleiben die Entenmuscheln ihr Leben lang an diese Ortswahl gebunden - wie hier im Bild an einem Seil, gefunden vor der Küste Portugals. Dafür verankert sich die sogenannte Cypris-Larve mit dem Rücken auf einem festen Untergrund wie Stein, Felsen oder Treibholz. Später bildet sie auf einem Stiel eine muschelähnliche Kalkschalenkrone. Zwischen diesen Schalen filtrieren feingliedrige Federbeinchen Plankton aus dem Wasser.

Eine weitere Gemeinsamkeit mit den Seepocken ist die Zweigeschlechtlichkeit. Eine Selbstbefruchtung ist aus einem besonderen Grund nur selten notwendig: Bei einer Länge, die das Achtfache des Körpers erreichen kann, ermöglicht der rekordverdächtige Penis eine mühelose Befruchtung der Nachbarschaft.

Ein markantes Merkmal der Entenmuschel ist ein langer, muskulöser Stiel, der in einer Länge zwischen 4 und 80 Zentimeter ausgefahren werden kann. Das verleiht den Krebsen wiederum eine gewisse Beweglichkeit, da sie bevorzugt in Brandungszonen leben. Je nach Art sind die auffälligen Kalkplatten rund oder skalpellartig geformt. Die Ähnlichkeit des Krebses mit einem Gänse- oder Entenhals gab den Tieren auch ihren merkwürdigen Namen. Früher - vor Kenntnis des Vogelzuges - nahm man sogar an, dass sich die erwachsenen Nonnengänse aus der langen Körperform entwickeln.     


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