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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.95

Ein Holzkreuz gibt Rätsel auf

Das Sammeln von Zeitzeugnissen aus der Geschichte und das Bewahren für die Nachwelt gehören zu den Hauptaufgaben der Kuratoren am Deutschen Meeresmuseum. Dabei gelangen aus den Beständen traditioneller Fischereibetriebe oftmals interessante Gegenstände in die Magazine, deren frühere Verwendung sich erst nach intensiven Recherchen offenbart. Eine Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens ist häufig nicht leicht, weil Teile fehlen, abgebrochen sind oder verloren gingen. Erklärungen für bestimmte Details und ihre Funktion sind dann nur durch hartnäckiges Nachforschen und detektivische Feinarbeit zu finden. So auch bei einem eigenartigen Holzkreuz in der Fischerei-Sammlung.

                                 

Bei den rund einen Meter messenden, gleichlangen Holzachsen handelt es sich um die angespitzten Fluken eines ehemaligen Steinankers. Solche Geräte wurden bis Ende des 18. Jahrhunderts in der Küstenfischerei hauptsächlich zur Verankerung von Kammerreusen verwandt. Das Kreuz ist aus Eichenholz und hat etwa auf der Hälfte der vier Enden jeweils eine Bohrung zur Aufnahme von Zweigen. Diese bildeten nach oben zusammen gebunden eine Kammer, in der bis 50 Kilogramm schwere (Feld)Steine festgehalten wurden. Dieses Gewicht hielt die Reusen am Meeresboden. Von den Fischern in Vorpommern wurde die Konstruktion Kraaw (Krabbe) genannt. Spätere Reusenanker sind aus Metall gefertigt und gehören noch heute zum Bild des traditionellen küstentypischen Handwerks. 


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