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Samstag, 21. Oktober 2017
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Meeresmuseum

Entdeckung Nr.98

Keine Spur vom Täter

Aquarien sind sehr sensible Ökosysteme, jeder kleine Fehler in der Technik kann fatale Auswirkungen auf den Tierbesatz haben. Daher ist der Zugang hinter die Kulissen streng auf den Personenkreis Aquarianer und Techniker beschränkt. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man schnell eine böse Überraschung erleben kann. Im MEERESMUSEUM gab es einmal einen dramatischen Zwischenfall mit dem damals größten Becken – dem Haibecken. Ein Bild des Schreckens eröffnete sich eines Morgens dem ehemaligen Kurator Karl-Heinz Tschiesche, als er am 10. März 1988 einen seiner morgendlichen Rundgänge durch das MEERESMUSEUM machte.

 

Viele Fische waren über Nacht verstorben, nur wenige schwammen noch am Boden des Beckens. Die fassungslosen Mitarbeiter reagierten sofort und entfernten die noch lebenden Fische aus dem Aquarium, während das Wasser auf Veränderungen der chemischen Werte getestet wurde. Doch es gab keine auffälligen Abweichungen von der Norm. Diese ungewöhnliche Situation gab Rätsel auf. Mit Hilfe der Gerichtsmedizin in Rostock wurden weitere Untersuchungen angestellt, bis sich herausstellte, dass die Fische vergiftet wurden. Durch Karbid im Wasser. Karbid ist ein künstlich hergestellter Stoff, eine Verbindung von Kalzium und Kohlenstoff (CaC2). Zu damaligen Zeiten eine übliche Substanz, um brennbares Schweißgas herzustellen. Und tatsächlich wurde im Hof des Museums Karbid gefunden. Handwerker benutzten es gerade für Schweißarbeiten. Aber wie das Karbid in das Becken gelangte, bleibt bis heute rätselhaft. Bei einem Becken mit einem Fassungsvermögen von 50.000 Litern muss schon eine große Menge Karbid in das Becken gelangen, um eine Vergiftung dieses Ausmaßes zu verursachen. Bleibt also nur die einzige Erklärung: absichtliches Einwirken. Aber Täter und Motiv bleiben bis heute ungeklärt.


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