Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Montag, 11. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite
Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.99

Nach 20 Minuten ins Wärmezelt

Immer wieder kommt es vor, dass sich große Wale auf ihren Wanderwegen durch die Nordmeere in die Ostsee verirren. Selten finden die Meeresriesen den rettenden Weg zurück. Wenn sie dann auf der Suche nach Futter durch die Ostsee irren, sind sie für Segler, Touristen und Medien jedes Mal eine besondere Attraktion. Doch auch Meereswissenschaftler und Naturschützer haben ein aufmerksames Auge für die Irrläufer. Im Deutschen Meeresmuseum werden solche Ereignisse seit Langem aufmerksam registriert und dokumentiert. Und dank historischer Berichte gibt es schon eine lange Chronik über gestrandete Wale. Nur wenn die Meeressäuger zurück in die Nordsee finden, bietet sich die Chance zum Überleben.

 

Diese Chance hatte der junge, männliche Finnwal, der im Winter 2006 in der Wismarer Bucht strandete, nicht genutzt. Möglicherweise gehörte er zu zwei Exemplaren, die schon im Sommer 2005 in der Ostsee Aufsehen erregten. Von der Umweltorganisation Greenpeace übernommen, diente das tote Tier in Berlin vor der japanischen Botschaft anfänglich als spektakuläres Medium für den Protest gegen den Walfang. Selten erreichte ein gestrandeter Wal ein so großes Medienecho.

      

Ein paar Tage später fand auf dem Gelände des NAUTINEUMs dann die über Stunden dauernde Sektion des 16,50 Meter langen Kadavers bei klirrender Kälte statt. Extreme Minusgrade ließen für die beteiligten Wissenschaftler nur 20minütige Arbeitseinsätze zu. Dann mussten diese in einem Wärmezelt neue Kräfte sammeln. Wie die Untersuchungsergebnisse festhielten, war der 25 Tonnen schwere Finnwal erkrankt und dem Verhungern nahe. Sein Skelett wurde für die Sammlung bearbeitet.  


Diese Entdeckung finden Sie in den SAMMLUNGEN DMMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!