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Samstag, 21. Oktober 2017
365-Entdeckungen Startseite

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 31

Gerd Bühring (Multimedia-Techniker Deutsches Meeresmuseum)

Als großer Marokko-Fan verbringe ich dort mehrmals im Jahr meinen Urlaub. Bei fast jedem Rückflug habe ich „lebendes Handgepäck“ dabei – einen Kraken. Während der Reise wird der Krake in seinem Transportbehälter von mir per Fußpumpe mit Frischluft versorgt, damit er wohl behalten in Stralsund ankommt. Das erste Tier habe ich vor 20 Jahren in einer Kiste im Hafen von Agadir gefunden, als ich auf einer Fischauktion war. Plötzlich kam da zwischen lauter toten Kraken ein Tentakel heraus, der sich bewegte. Den Kraken damals habe ich wohl vor einem Schicksal im Kochtopf bewahrt. Seitdem bringe ich regelmäßig diese intelligenten und faszinierenden Meeresbewohner fürs Deutsche Meeresmuseum mit – natürlich mit offizieller Genehmigung. Das hat mir mittlerweile den Namen „Kraken-Vater“ eingebracht.

Wie der Krake fliegen lernte

Ja, können Kraken denn fliegen? Unsere schon. Aber von Anfang an. Die Entdeckung des Tages führt uns heute nicht in die Tiefen der Meere, sondern hoch in die Lüfte. Unser Museumsmitarbeiter Gerd Bühring wählt als seinen Reisebegleiter hin und wieder einen Kraken, den er, nach einem Urlaub in seiner zweiten Heimat Marokko, nach Stralsund mitbringt. Die lange Reise von Marokko nach Stralsund ist immer ein aufregendes Erlebnis für beide.

 

Denn um dem Kraken eine angenehme Reise zu ermöglichen, ist es überlebenswichtig ihm ständig Sauerstoff zuzuführen. Aus diesem Grund dachte sich der pfiffige Museumsmitarbeiter eine Möglichkeit aus, den Kraken den ganzen Flug über mit frischem Sauerstoff aus der Umgebung zu versorgen. Er nahm also ein großes Gefäß, füllte es bis zur Hälfte mit Wasser und setze den Kraken hinein um ihm dann anschließend über eine Luftröhre und mit einer handelsüblichen Fußluftpumpe Sauerstoff zuzuführen. Sobald sich der Flieger in die Wolken erhob, vernahmen alle übrigen Passagiere in der Maschine ein leises Pff, Pff, Pff aus der Sitzreihe, in der es sich Herr Bühring mit seinem Kraken gemütlich gemacht hat. Unermüdlich tritt er bei jedem Flug seine kleine Fußluftpumpe.

 

Noch vor wenigen Jahren gestaltete sich die Reise unproblematisch. Doch seit der Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen in Bezug auf die erlaubten Flüssigkeitsmengen an Bord eines Flugzeugs, braucht Herr Bühring und seine achtarmigen Begleiter bei jedem Flug eine Sondergenehmigung vom Bundesinnenministerium.

 

Zurzeit befinden sich zwei dieser marokkanischen Besucher in unseren Museen. Wenn Sie also das nächste Mal unsere Aquarien im OZEANEUM und MEERESMUSEUM besuchen, halten Sie doch einmal Ausschau nach unseren beiden mutigen achtarmigen Passagieren und vielleicht denken Sie ja dabei an ihr aufregendes Erlebnis hoch oben in der Luft.

Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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