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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 115

André Weiland (Tierpfleger)

Seit Mai 2009 bin ich Tierpfleger im OZEANEUM und eine meiner ersten Aufgaben war der Transport der Hornhechte, die wir im selben Monat von Fischern in Thiessow auf Rügen abgeholt haben. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir damals sehr früh aufgestanden sind, um die lebenden Tiere bei Sonnenaufgang in Tuppen über den Strand zum Fahrzeug zu tragen.  Noch heute gehören die Hornhechte zu meinen Schützlingen in der Ostseeabteilung.

Silberne Pfeile mit grünen Gräten

Wie silbrig-glänzende Pfeile wirken die meist im oberen Drittel des Kreideküsten-Beckens schwimmenden Hornhechte, auch Hornfische genannt, im OZEANEUM. Die schlanke Form der bis zu 90 Zentimeter langen Tiere fällt zwischen den deutlich fülligeren Dorschen im selben Becken besonders auf. Hornfische haben bis zu 77 Wirbel und daher einen besonders lang gestreckten Körper. Auffällig ist auch der längliche und mit nadelspitzen Zähnen ausgestattete Schnabel der Schwarmfische. Nicht nur ihr Aussehen, sondern auch das Verhalten der Hornfische erinnert an Pfeile. Auf der Jagd oder während der Flucht in der Natur schießen sie zuweilen sogar aus dem Wasser hervor.
 

Hornhechte sind nur selten in Aquarien zu bewundern. Ihre filigrane Form macht allein die Beschaffung schon zu einer großen Herausforderung. Schuppenkleid und Schnabel müssen dabei unversehrt bleiben.
Daher nutzt das Aquarienteam des Deutschen Meeresmuseums die schonende Methode der Kummreusenfischerei, bei der die an die Wasseroberfläche getriebenen Tiere mit großen Tuppen abgeschöpft werden.
 

Zum Ende des Frühlings machen sich viele Hornhechte auf den Weg in den Greifswalder Bodden auf, um dort zu laichen. Gerade in Vorpommern ist der durchziehende Hornfisch daher ein beliebter Speisefisch. Wer ihn das erste Mal isst, wird über die ungewöhnliche, türkisgrüne Farbe der Gräten überrascht sein. Dabei handelt es sich jedoch um einen für den Verzehr unbedenklichen mineralischen Knochenbestandteil. Aber vielleicht hat er ja so manchen Menschen schon davor abgeschreckt, erneut einen Hornfisch essen zu wollen.

 

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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