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Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 129

Klaus Harder (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Seit mehr als 30 Jahren führe ich regelmäßig Besucher durch die Katharinenhalle. Den Dachboden finden die Gäste immer sehr spannend, lässt sich doch hier die Geschichte der ehemaligen Klosterkirche besonders anschaulich erzählen. Das alte Tretrad auf dem Dachboden entführt uns zurück in die Zeit, als die Dominikanermönche Getreide und andere Lasten damit hinauf beförderten. Direkt hinter dem Rad befindet sich der Eingang in das Magazin zu den Meeressäugern, für das ich als Kurator u.a. verantwortlich bin.

Die Tretmühle im MEERESMUSEUM

Das vier Meter hohe Tretrad auf dem Dach der Katharinenhalle ist das zweitgrößte seiner Art in Stralsund und konnte Lasten aus dem Erdgeschoss vor dem Chor der Katharinenhalle bis in den Dachboden befördern. Vermutlich waren einige dieser Lasten auch lithurgische Gegenstände, die zum Schmuck der Kirche zu besonderen Anlässen dienten und sonst auf dem Dachboden gelagert wurden. Der Stralsunder Handwerker Karl Plötz erinnert mit seiner Inschrift von 1899 an der Außenseite des Rades an seine Restaurierungsarbeiten.

 

Als zwischen 1977 und 1980 der Riffpfeiler im MEERESMUSEUM installiert wurde, kam das alte Tretrad auf dem Dachboden der Katharinenhalle das letzte Mal als Kran zum Einsatz. Einige Jahre später testeten zwei neugierige Besucher während einer Führung auf dem Dachboden, ob sich das Rad noch immer drehen kann und brachten es mit ihrem Körpereinsatz so gut in Gang, dass sie es nur noch mit Mühe stoppen konnten. Ein Tretrad in Bewegung zu bringen ist einfach, aber es gekonnt zu bedienen ist durchaus eine Frage der Erfahrung und Koordination. Im Mittelalter waren die sogenannten Windenknechte gut bezahlte Arbeiter auf den Baustellen und sogar in Zünften organisiert. Heute wird bei Führungen im MEERESMUSEUM nur noch angedeutet, dass sich das Lastrad auf Dachboden noch immer drehen kann und auf Selbstversuche mit Publikum verzichtet.

Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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