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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 220

Nina Seidel (Betreuung der Ausstellung 1:1 Riesen der Meere)

Zu einer meiner ersten Aufgaben im OZEANEUM gehörte die Berechnung des Zählwerks in der Vitrine „Wale in der Todesfalle“. Der Zähler war in Folge eines Stromausfalles defekt und musste dringend aktualisiert werden. Er veranschaulicht die Zahl der Wale und Robben, die seit der Eröffnung des OZEANEUMs in den Netzen der Fischerei gestorben sind – mittlerweile über 1,7 Millionen. Und jede Minute kommt ein weiterer Meeressäuger hinzu. Ich selbst gehe während meiner Führungen regelmäßig zu dieser Vitrine, um auf die Bedrohung der Wale aufmerksam zu machen.

Wale in der Todesfalle

Pottwale können bis zu 90 Minuten tauchen, Delfine bleiben bis zu 15 Minuten unter Wasser und die kleinen Schweinswale müssen nach sechs Minuten wieder an die Wasseroberfläche schwimmen um zu atmen. Unter Wasser orientieren sich diese Wale mit Hilfe der Echoortung, d.h. mit dem Aussenden von Schallwellen. Wird der Schall dann von der Umgebung reflektiert, nehmen die Wale ein „Hörbild“ ihrer Umwelt wahr.

 

Die feinen Netze der Fischerei werfen die Schallwellen jedoch kaum zurück, so dass viele Wale ahnungslos hinein schwimmen. Verheddert in den Netzen ertrinken sie dann elendig, da sie nicht zum Luft holen an die Wasseroberfläche schwimmen können. Jedes Jahr verenden 600.000 Meeressäuger in den riesigen Fangnetzen der Fischerei, die Hälfte davon sind Wale und Delfine.

 

In der Ausstellung 1:1 Riesen der Meere im OZEANEUM wird das Thema Beifang in der Vitrine „Wale in der Todesfalle“ aufgegriffen. Ein Zähler zeigt die wahnsinnig hohe Zahl von Walen und Robben, die seit der Eröffnung des OZEANEUMs im Jahr 2008 den Netzen der Fischerei zum Opfer gefallen sind. Als ungewollter Beifang werden die Tiere schwer verletzt oder tot zurück ins Meer geworfen.

 

Die Ausstellung macht auf das sinnlose Walsterben aufmerksam und gibt Tipps wie jeder einzelne Einfluss nehmen kann. Auf Grund ihrer Fangmethode entstehen bei bestimmten Fischarten enorme Mengen an Beifang. Zum Beispiel sterben beim Fang von Thunfischen jährlich tausende Delfine in den Ringwadennetzen der industriellen Fischerei.

 

Informationen über Fangmethoden von Meerestieren sind in Fischratgebern wie dem von Greenpeace zu finden und helfen bei der richtigen Wahl an der Fischtheke.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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