Home  |  Sponsoren  |  Presse  |  Kontakt  |  Impressum
Montag, 11. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 227

Jens Koblitz (Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Ich bin seit einem guten halben Jahr hier im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund und mit dem Forschungsprojekt COSAMM betraut, in dem die Klickdetektoren für die Schweinswalerforschung kalibriert werden. Vorher habe ich in den USA die Lebensweise der Buckelwale untersucht. Mit kleinen Booten sind wir rausgefahren und haben diese wunderschönen Riesen beobachtet.

Der Fingerabdruck der Buckelwale

Buckelwale legen enorme Strecken auf ihren Streifzügen durch die Ozeane zurück. Im Frühjahr halten sie sich in den Futtergründen der Nordmeere bzw. der Antarktis auf und legen sich Reserven für den Winter an. In den Wintermonaten begeben sie sich zur Paarung in tropische Gewässer. Zu dieser Zeit sind dort ihre beeindruckenden Gesänge zu vernehmen. Besonders die Männchen erzeugen sehr erfinderische Melodien.

 

Ein Jahr nach der Paarung kehren die trächtigen Buckelwalweibchen in die wärmeren Gewässer zurück, um hier die Kälber zur Welt zu bringen. Gemeinsam schwimmen Mutter und Kalb nach sechs Monaten in die Fressgründe.

 

Wissenschaftler haben kürzlich einen vor der brasilianischen Küste gesichteten Buckelwal vor dem 10.000 Kilometer entfernten Madagaskar beobachtet. Diese Entdeckung zeugt von den gigantischen Strecken, die Buckelwale auf ihren Wanderungen zurücklegen. Wiedererkennen konnten die Wissenschaftler den Buckelwal an seiner Schwanzflosse, die so individuell ist wie ein Fingerabdruck. Die Schwanzflossen unterscheiden sich durch unterschiedliche Färbung, Pockenbewuchs und natürliche Verletzungen wie Bissspuren von Schwertwalen. Anhand von Fotos können die Individuen schließlich wiedererkannt werden.

 

In der Ausstellung 1:1 Riesen der Meere im OZEANEUM ist eine Buckelwalkuh mit ihrem Kalb in Originalgröße zu sehen.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

Bilder zum Vergrößern anklicken!