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Montag, 11. Dezember 2017
365-Entdeckungen Startseite

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 241

Andreas Tanschus (Stellvertretender Direktor)

Das 1251 gegründete Katharinenkloster birgt auch heute noch so manche Rätsel und Geheimnisse für mich, obwohl ich schon mehr als 20 Jahre hinter seinen Mauern tätig bin. Vielleicht macht gerade das meine Arbeit hier so spannend und abwechslungsreich. Da liegt es auf der Hand, die Besucher des MEERESMUSEUMs an der einen oder anderen Stelle auf die Spuren der Geschichte hinzuweisen. Also versuchen wir bei baulichen Maßnahmen oft, historische Fenster für unsere Gäste zu öffnen: Da sind Durchblicke in das benachbarte Kulturhistorische Museum, eine Inschrift aus der Schwedenzeit, das gewaltige Tretrad auf dem Dachboden der ehemaligen Klosterkirche oder auch eine geheimnisvolle Malerei im Deckengewölbe...

Eine geheimnisvolle (Wieder-)Entdeckung in der Katharinenhalle

Hat ein unbekannter Meister die Schutzpatronin - die Heilige Katharina - auf dem Deckengewölbe der Kirche des ehemaligen Katharinenklosters, in der sich heute das MEERESMUSEUM befindet, verewigt? Diese Frage beschäftige Andreas Tanschus seitdem eine beeindruckende Malerei bei Restaurierungsarbeiten unter sechs anderen Malschichten im Jahr 2000 wiederentdeckt wurde. Sie zeigt zwei menschliche Figuren, umgeben von blühenden Ranken und Früchten. Während in der westlichen Kappe des Jochs der Apostel Philippus zu erkennen ist, sieht der Betrachter im gegenüberliegenden Gewölbebereich nur noch Fragmente einer Figur in Begleitung eines Engels. Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Ausmalung lässt heute nur noch erahnen, wie farbenintensiv sie einst gewesen sein muss. Doch der Zahn der Zeit hat in all den Jahren an den Farbpigmenten genagt. Neben der Antwort auf die Frage, wen die Malerei zeigt, musste eine Lösung her, um sie ihrem Alter und Stil entsprechend zu erhalten.

 

 

Die Restaurierungsstudentin Anne Braun widmete sich in ihrer Diplomarbeit der geheimnisvollen Malerei. Während ihrer sechsmonatigen Arbeit im Jahr 2011 versuchte sie u. a. die Ausmalung unter UV-Licht zu untersuchen, um verblasste Pigmente und Bindemittel wieder sichtbar zu machen und ließ Farbpigmente analysieren. Nun weiß sie, dass es neben den noch erhaltenen grünen Rankenblättern auch leuchtende rote Blätter gab und die feinen Blüten mit Gelb gemalt wurden. Neben diesen Untersuchungen verglich sie die Abbildung auch mit anderen Wandmalereien aus Stralsund, Lübeck sowie Kupferstichen aus dem 15. Jahrhundert. Anhand der Vergleiche und der Attribute der abgebildeten Figuren vermutet sie, das gegenüber dem Apostel Phillippus, statt der Heiligen Katharina der Apostel Jacobus der Jüngere zu sehen ist. In einer Probeachse zeigte sie dem Museum Möglichkeiten der Konservierung und Restaurierung der Malerei auf. In einem weiteren Schritt soll für die Museumsbesucher zukünftig anhand einer Grafik visualisiert werden, wie die Malerei in ihrer ganzen Pracht einmal ausgesehen haben könnte. 

Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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