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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Entdeckung vom 05. September 2011

Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 248

Eva Klooth (Museumspädagogin)

Stralsunder Kinder und Jugendliche besuchen ebenso gern Themenwerkstätten und Projekttage im MEERESMUSEUM wie Gäste aus anderen Regionen. Beim Thema Weichtiere beschäftigen sie sich nicht nur mit Muscheln und Schnecken, sondern erkunden auch Kopffüßer hautnah. In meiner 11-jährigen Tätigkeit als Museumspädagogin erlebe ich immer wieder mit welchem Eifer Schülerinnen und Schüler Futterkalmare sezieren oder Krake und Perlboot im Aquarium beobachten. Jugendliche können sich mit mir auf eine Reise in die Urzeit begeben und werden dabei dem Nautilus als lebendem Fossil begegnen.

Einraumwohnung mit Anbaugarantie

Es geht nicht nur uns Menschen so, dass der alltägliche Wohnraum nach gewisser Zeit als zu klein empfunden wird. Zu den naheliegenden Vergrößerungsstrategien gehören dann Umzug oder Anbau. Ähnliches widerfährt auch dem Nautilus oder Perlboot, einem Kopffüßer, der als Verwandter der Ammoniten gilt, die bis vor 65 Millionen Jahren die Meere bevölkerten. Heute sind die spiralförmig gewundenen Gehäuse - wie auch im MEERESMUSEUM - noch als beeindruckende Fossilien zu bewundern.  

 

Anders als seine Verwandten, die Kraken oder Sepien, ist der Nautilus der einzige heute noch lebende Kopffüßer in einem festen Außengehäuse, das er nie verlässt. Wenn er wächst, entsteht am Ende der symmetrischen Spirale eine neue Wohnkammer. Jeweils doppelt so groß, wie die vorherige. Ein erwachsenes Tier kann über dreißig dieser Behausungen erreichen, wobei die alten, hinteren Kammern nach dem Umzug verschlossen werden.   

 

Wie in einem der Tropen-Aquarien im MEERESMUSEUM gut zu beobachten, sind die Nautiliden nicht sehr beweglich. Meist schweben sie aufrecht im Wasser, wobei sie das Aufsteigen und Absinken über den Gasdruck in den verlassenen Kammern steuern. Speziell zu den Fütterungszeiten können sie so auch an die Wasseroberfläche des Beckens steigen.    

 

Ein anderes auffälliges Merkmal der Perlboote ist die hohe Anzahl an Fangarmen, womit man auch die Geschlechter unterscheiden kann. Männliche Tiere haben bis zu 90 Tentakel, die weiblichen rund 60. Damit fangen sie kleine Fische oder Krebse. Im Aquarium werden sie mit Garnelen gefüttert.  

Diese Entdeckung finden Sie im MEERESMUSEUMZur Webseite >>

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