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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 276

Laura Poggendorf (Tierpflegerin)

Ich arbeite seit gut einem Jahr im OZEANEUM. Das Team der Aquarianer ist genau wie die Aquarienrundgänge im OZEANEUM in Team Ostsee und Team Nordsee aufgeteilt. Ich arbeite mit den Tieren des Nordseeaquariums, zu denen auch die Pilgermuschel gehört. Wenn man das Becken zur Fütterung oder Reinigung öffnet, springen die Pilgermuscheln manchmal aufgeregt weg. Ihre Beweglichkeit fasziniert mich immer wieder.

Pilgersymbol und ein Kranz von Augen

Äußerlich ist die Jakobsmuschel von ihrer nahen Verwandten, der großen Pilgermuschel, nur für Experten zu unterscheiden. Die Jakobsmuschel im Mittelmeer wird nicht ganz so groß wie die bis zu 15 Zentimeter erreichende Pilgermuschel im Atlantik. Außerdem ist diese an ihren weichen, geschwungenen Randlinien der Schalen zu erkennen, während bei der Jakobsmuschel die Rippen im Randprofil nahezu rechtwinklig und scharfkantig abschließen. Beide Kammmuschel-Arten sind auch in der Molluskenvitrine im MEERESMUSEUM zu sehen und im OZEANEUM ist die Pilgermuscheln in zwei Aquarien zu sehen.

 

Ihren Namen haben die Muscheln nach ihrer besonderen Rolle im Mittelalter erhalten, wo sie als Pilgerzeichen für eine Wallfahrt nach Santiago de Compostella zur Grabstätte des heiligen Jacobus galten. Später wurden sie zum Symbol für alle Pilgerreisenden, die sich die Muschelschalen zur Erkennung an ihre Kleidung heften. Außerdem galten die gewölbten Muschelschalen als einfache Trinkbehälter für die Pilger. Die typischen Abdrücke und Darstellungen der Muscheln finden sich heute noch in vielen Pilgerkirchen und an Taufbecken in Muschelform.  

 

Neben ihrer religiös-historischen Bedeutung sind beide Muschelarten auch wegen ihrer spezifischen Verhaltensweisen bemerkenswert. Durch einen Kranz von einigen Dutzend deutlich sichtbaren Linsenaugen sind die im Bodensediment lebenden Muscheln in der Lage, näherkommende Fressfeinde - wie Seesterne etwa - zu erkennen. Mit pumpenden Bewegungen ihrer Schalenhälften und dem austretenden Wasserstrom können sie sich dann mit meterweiten Sprüngen in Sicherheit bringen.

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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