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Freitag, 20. Oktober 2017
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Entdeckung der Woche: Entdeckung Nr. 297

Mario Bussert (Besucherservice)

Obwohl ich im Besucherservice tätig bin, fahre ich immer wieder einmal mit meinen Kollegen vom Aquarium auf den Strelasund hinaus, um neue Fische für die Aquarien zu fangen. Ähnlich kontrastreich zu meinen täglichen Aufgaben, erlebte ich die Wochen vor der Eröffnung des OZEANEUMs im Sommer 2008. Damals half ich mit, als das Pottwalskelett in das Schwarmfischbecken befördert wurde. Der riesige und über eine Tonne schwere Schädel des Tieres musste von einem Kran in das  große Becken gehoben werden, bevor das Dach des Museums geschlossen wurde. Danach platzierten wir die auf Betonsockeln befestigte Wirbelsäule hinter dem Schädel.

Vom Strelasund ins Riesenbecken

Das Schwarmfischbecken im OZEANEUM gibt den Besuchern nicht nur faszinierende Eindrücke über die schillernde Optik großer Fischschwärme. Am Aquarienboden zieht auch ein Pottwalskelett neugierige Blicke auf sich und zeigt gewissermaßen eine Friedhofsszene auf dem Grund der Ozeane. Denn die Riesen der Meere verschwinden nach ihrem Tod für immer in den dunklen Tiefen. Für die Museumsbesucher ist so das geheimnisvolle Ende eines Pottwals nachzuvollziehen.     

 

Diese ungewöhnliche Dekoration wurde möglich durch das tragische Ende einer im Winter 1997/98 an der Nordseeküste gestrandeten Pottwalgruppe. Vier der mächtigen Tiere kamen anschließend ins Deutsche Meeresmuseum. Für die spätere Präsentation der tonnenschweren Skelette entwickelten die Stralsunder Wissenschaftler seinerzeit eine neue, moderne Methode der Walpräparation.

 

Das Pottwalskelett im Schwarmfischbecken wurde anfänglich aber nach bislang üblichen Verfahren behandelt. Die Knochen verbrachten dabei rund zwei Jahre in einem tiefen Kiesbett auf Rügen, um sie von den groben Fleischresten zu befreien. Darauf wurden sie im Strelasund versenkt, wo Fische, Krabben und Mikroben die weitere Feinarbeit zur Säuberung der Skelettteile übernahmen. Für die wirkungsvolle innere Entfettung landeten die Knochen abschließend in einen eigens konstruierten Container, in dem die sogenannte Mazeration chemisch stattfindet. Auf dem Gelände der Stralsunder Stadtwerke REWA konnte dieser Vorgang umweltfreundlich und kontrolliert vollzogen werden. Nach der Zwischenlagerung auf dem Gelände des NAUTINEUMS gelangte der Pottwal schließlich ins Schwarmfischbecken, wo er quasi als ein Beispiel für die wegbereitende Walforschung und fantasievolle Präsentation von Meeresriesen gezeigt wird.       

Diese Entdeckung finden Sie im OZEANEUMZur Webseite >>

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